Strengere Maßnahmen bei sexuellen Übergriffen von UN-Soldaten beschlossen

14. März 2016, 14:28
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Uno-Chef Ban besorgt über zunehmende Vorwürfe und lückenhafte Dokumentation sexueller Gewalt

Genf – Auf Anraten des Generalsekretärs Ban Ki Moon legt der UN-Sicherheitsrat am Wochenende verschärfte Regeln zur Bekämpfung sexueller Übergriffe fest. Laut einem zuvor veröffentlichten Bericht des Generalsekretärs gebe es einen besorgniserregenden Anstieg sexueller Gewalt durch Mitglieder von UN-Friedensmissionen an ZivilistInnen in ihren jeweiligen Einsatzländern. Im letzten Jahr wurden 99 Übergriffe gemeldet, 2014 waren es 80 Anschuldigungen gegen UN-Personal. Bislang sei viel zu wenig unternommen worden, um sexuelle Gewalt zu bekämpfen, Vorwürfen nachzugehen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen, so Ban Ki Moon.

UN-Einheiten abziehen

Mit der nun beschlossenen Resolution obliegt es dem Generalsekretär, UN-Einheiten in ihre Heimat zurückzuschicken, sollten Beweise für derartige Gewalttaten vorliegen. Zuvor lag es in der Verantwortung der Entsendestaaten ihre beschuldigten Mitarbeiter aus den UNO-Friedensmissionen abzuziehen.

Die Resolution wurde mit 14 Stimmen beschlossen, Ägypten enthielt sich der Stimme. Der Sicherheitsrat zeigte sich besorgt über die "anhaltenden Anschuldigungen und die lückenhafte Dokumentation sexueller Ausbeutung und Missbrauchs durch Mitglieder der UN-Friedensmission". Aktuell sind 106.000 SoldatInnen in 16 UN-Friedensmissionen stationiert. (Reuters, 14.3.2016)

  • Kinder in einem Flüchtlingslager in Mpoko, Zentralafrikanische Republik. Sie wurden Opfer und Zeugen sexueller Gewalt durch UN-Soldaten während einer Friedensmission.
    foto: apa/afp/issouf sanogo

    Kinder in einem Flüchtlingslager in Mpoko, Zentralafrikanische Republik. Sie wurden Opfer und Zeugen sexueller Gewalt durch UN-Soldaten während einer Friedensmission.

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