Opel Adam Rocks S: BrinGo und OnStar

16. März 2016, 13:08
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Der Charme aus der Notrufzentrale OnStar trifft auf einen knackigen Kleinwagen mit 150 PS.

Wien – Zum Testen eines Autos gehört es auch, auf jeden Knopf drücken zu dürfen. Als der "OnStar"-Knopf dran ist, staut der blitzblaue Adam mit dem Stoffdachl und der Plastikbeplankung gerade aus der Stadt raus. Es ist früher Abend und Stoßzeit in ganz Europa. Die Chance, dass die Mitarbeiter von OnStar – der Notrufzentrale von Opel – im englischen Luton gerade recht beschäftigt sind, ist groß. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen wandert der Zeigefinger in Richtung Rückspiegel, wo der Knopf für den Verbindungsaufbau steckt. Nach nur einmaligem Läuten meldet sich eine Dame, die ich mir jung und charmant lächelnd vorstelle, aus dem Autoradio.

foto: guido gluschitsch

Sie prüft den Luftdruck der Reifen, greift aus der Ferne die Daten des Autos ab, um zu bemerken, dass alles passt, fragt, ob sie mir sonst irgendwie weiterhelfen könne, und wünscht mir einen schönen Abend.

Navigations-App Bringo

Normalerweise hätte ich sie jetzt noch bitten können, mir die Navigation zum nächsten Ziel in den feschen Adam zu spielen. Aber zum einen kenn ich den Heimweg gut, und zum anderen erlaubt es die Navi-Einheit des Rocks S nicht. Denn dessen Navi ist ein iPhone, das in einer Halterung hängt und via BrinGo, so heißt die App, die Navigation ins Infotainment spielt. Das funktioniert problemlos, ist aber nicht so sexy wie der Wagen selbst.

foto: guido gluschitsch

Denn das Display im Auto ist deutlich tiefer als jenes des Mobiltelefons, und der Blick muss immer wieder runterwandern. Schade ist auch, dass es keinen Lautstärkenknopf zum Drehen gibt. Jetzt tippt man patschert und lange am Display herum, statt wie gewohnt ...

Ausbund an Kurzweiligkeit

Aber das sind Kinkerlitzchen. Die meiste Zeit sitzt man nämlich mit einem Lächeln im Adam. Mit seinen 150 PS ist er ein Ausbund an Kurzweiligkeit. Die Recaros geben perfekten Halt, sind leider nur ein wenig zu hoch montiert. Das Fahrwerk ist straff, und Adam schafft das Kunststück, in den Kurven den kurzen Radstand für seine Agilität auszunützen, auf der Autobahn dann aber deutlich länger und damit schon fast wie eine echte Limousine zu wirken.

foto: guido gluschitsch

Kurzum, der Adam lässt, was das Fahrverhalten angeht, die Konkurrenz ganz alt aussehen. Fetzendach kann bald wer, modern und bunt auch, aber so knackig, das kann so niemand.

OnStar, das macht sonst so auch noch niemand. Ein Grund, am Sonntag in der Nacht wieder einmal den Knopf im Spiegel zu drücken. Nach nur einmaligem Läuten meldet sich Dora. Sie wirkt sehr charmant. Nur was passiert, wenn ich den Eco-Knopf im Cockpit drücke, das kann sie nicht erklären. Ganz gläsern ist man im Opel also doch nicht. Noch nicht? (Guido Gluschitsch, 16.3.2016)

ZWEITE MEINUNG

Also das ist vielleicht ein lustiges Auto. Blitzblau und leicht rustikal gewandet steht er da, der Adam Rocks S. Mit Pseudounterbodenschutz und Heckspoiler. Ersterer ist ein Schmäh, diesen Adam wird man kaum in die Rockies ausführen. Letzterer könnte sich aber als brauchbar erweisen. Weil: 150 Turbo-PS. Schon klanglich tut der kleine Opel wie ein Großer. Dann erst beim Fahren – munter ist gar kein Ausdruck! Wenn er auch zerrt in der Lenkung: meine Güte, welcher halbwegs potente Fronttriebler denn nicht? Geschenkt. Und wenn es warm wird, machen wir ein bisserl auf Cabrio. (Andreas Stockinger)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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