Hofer präsentiert Wahlplakate: "Deine Heimat braucht dich jetzt"

14. März 2016, 13:03
116 Postings

Präsidentschaftskandidat der FPÖ würde Freihandelsabkommen TTIP nicht unterzeichnen

Wien – FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat am Montag ein erstes Wahlplakat präsentiert. Mit dem Slogan "Aufstehen für Österreich – Deine Heimat braucht dich jetzt" setzt der Dritte Nationalratspräsident weiterhin auf Patriotismus und Sicherheit. Darauf zu sehen ist Hofer vor einer rot-weiß-roten Flagge, auch sein Name findet sich auf dem Plakat, darunter steht schlicht "Bundespräsident".

Der Vorhang, den Generalsekretär Herbert Kickl mittels Seilzug öffnen wollte, streikte, und so musste dieser händisch entfernt werden – "der Vorführeffekt", sagte dazu Parteichef Heinz-Christian Strache.

Hofer auf "Stichwahlkurs"

Für die Wahl gab sich der FPÖ-Obmann ausgesprochen optimistisch: "In allen seriösen Umfragen liegt Norbert Hofer auf klarem Stichwahlkurs. So positiv und freundlich war das Klima in einem Wahlkampf noch nie. Ich bin überzeugt, dass Norbert Hofer die Stichwahl locker schaffen wird – und dann ist alles möglich", auch der erste freiheitliche Bundespräsident, so Strache. Am Sprung in die Stichwahl hegt auch Hofer keine Zweifel: "Ich bin sehr zuversichtlich und glaube, dass wir am Wahltag einige sehr überraschen werden", sagte er. Er freue sich "irrsinnig" auf den 24. April, denn: "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich an diesem Abend mit einem Lächeln im Gesicht einschlafen werde."

Die Stimmung im Wahlkampf sei "überwältigend", sagte Hofer. Die wichtigsten Anliegen der Wähler seien Sicherheit und Migration, das Freihandelsabkommen TTIP und direkte Demokratie.

Sicherheit "gefährdet"

Die Sicherheit Österreichs sei durch die "Massenmigration" massiv gefährdet. "Die Schließung der Balkanroute ist daher eine Notwehrmaßnahme, aber als singuläre Maßnahme nicht dauerhaft wirksam." Österreich müsse seine Grenzen schützen und Abkommen mit der Türkei ablehnen. Die Türkei erfülle "nicht annähernd die europäischen Standards an Demokratie und Menschenrechten und kann daher kein seriöser Partner der EU und schon gar kein Vollmitglied sein".

Mehr Geld fürs Heer

Um das österreichische Territorium zu schützen, verlangt Hofer ein Verteidigungsbudget in der Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Derzeit sind es knapp zwei Milliarden Euro.

TTIP, das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA, würde er als Bundespräsident nicht unterzeichnen, sagt der FPÖ-Politiker. Besonders einsetzen will er sich für mehr direkte Demokratie. "Das ist das beste Mittel gegen jede Form der Politikverdrossenheit."

Kritik an Van der Bellen

Scharfe Kritik an den anderen Kandidaten übte Parteichef Strache, vor allem am ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen. Dieser schrecke auch nicht vor "letztklassigen Vergleichen" zurück, sagte Strache mit Blick auf eine von Van der Bellen getätigte Äußerung bei einer Veranstaltung am vergangenen Freitag. Dabei hatte Van der Bellen Strache – wenn auch augenzwinkernd – als "Führer" der FPÖ bezeichnet. "Das ist eine unglaubliche Entgleisung, ein Skandal", sagte Strache.

Wie viele Unterstützungserklärungen die FPÖ bisher gesammelt hat, wollte Strache noch nicht verraten, man habe aber schon weit mehr als die notwendigen 6.000 zusammen. Die genaue Zahl werde man aber erst am Freitag kommender Woche verkünden. Er rechne jedenfalls mit einer fünfstelligen Zahl, so der Parteichef. (red, 14.3.2016)

  • Am Montag wurden die FPÖ-Plakate für die Präsidentschaftswahl präsentiert.
    foto: apa/fohringer

    Am Montag wurden die FPÖ-Plakate für die Präsidentschaftswahl präsentiert.

  • Norbert Hofer (rechts) mit Wahlkampfmanager und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl.
    foto: apa/fohringer

    Norbert Hofer (rechts) mit Wahlkampfmanager und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl.

Share if you care.