2015 war das bisher geburtenstärkste Jahr dieses Jahrtausends

14. März 2016, 15:21
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In Österreich standen im Vorjahr rund 84.000 Geburten 82.500 Todesfällen gegenüber. Die Bereitschaft zur Familie hält an, außer bei den Burgenländern: Sie bekamen die wenigsten Kinder, heirateten am seltensten – und verpartnerten sich gar nicht

Wien – 84.023 Kinder in Österreich wohnhafter Eltern sind 2015 zur Welt gekommen. Das ist die höchste Zahl seit 1998, sie liegt aber unter allen Geburtsjahrgängen davor – zurück bis 1870 inklusive der Zeit beider Weltkriege. Es handelt sich bei den am Montag von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen um die vorläufige Vorjahresbilanz.

Mit 19.842 Geburten steht Wien an der Spitze der Bundesländerliste, die wenigsten Babys kamen mit 2.243 im Burgenland zur Welt. Das klingt schlüssig, handelt es sich doch um die Bundesländer mit dem größten beziehungsweise kleinsten Bevölkerungsanteil. Doch in Relation zur jeweiligen Einwohnerzahl weichen die Daten deutlich ab. In Wien lag die Quote bei 1.078 Kindern je 100.000 Einwohner, im Burgenland nur bei 771. Im österreichweiten Durchschnitt wurden 966 Kinder pro 100.000 Einwohner geboren.

Die natürlich Bevölkerungsveränderung war im Vorjahr positiv, da den 84.023 Geburten nur 82.553 Todesfälle gegenüberstanden.

Dabei nimmt sich der österreichweite Saldo von 1.470 im Vergleich mit einigen Bundesländerbilanzen geradezu bescheiden aus: In Wien war die Differenz mit 3.599 mehr Geburten als Todesfällen deutlich positiv, in Niederösterreich mit 2.637 mehr Todesfällen als Geburten negativ. Am geringsten waren die Saldi in Oberösterreich und Salzburg mit Geburtenüberschüssen von 979 beziehungsweise 982.

Am Montag gab die Statistikbehörde außerdem die Zahl der Eheschließungen und der eingetragenen Partnerschaften 2015 bekannt. Demnach haben 43.735 Paare mit ihrer Unterschrift vor einem Standesbeamten einen fürs Leben geplanten Ehebund geschlossen.

9.349-mal wurde in Wien geheiratet, nur 1.222-mal im Burgenland. Die Burgenländer waren auch in diesem Fall nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch relativ zur Bevölkerung besonders heiratsfaul. Nur 420 Hochzeiten gab es im östlichsten Bundesland je 100.000 Einwohner, in Vorarlberg lag die Zahl bei 577 und österreichweit bei 503; durchschnittlich jeder 99. Mensch in Österreich hat also im Vorjahr Ja gesagt.

40.829 Ehen wurden in Österreich geschlossen, der Rest im Ausland. Frühere Zählungen berücksichtigten nur die Heiraten im Inland, doch selbst deren Zahl lag im Vorjahr deutlich über jenen der vergangenen Jahre. Um ein Jahr zu finden, in dem in Österreich mehr Ehen als 2015 geschlossen wurden, muss man bis ins Jahr 1997 zurückgehen.

Hinweis: Die Ausreißer 1987 und 1988 basieren mehr auf materiellen als auf romantischen Gründen: 1987 wurde bekannt, dass 1988 die Heiratsbeihilfe von 15.000 Schilling abgeschafft wird.

Deutlich weniger Paare nahmen die Gelegenheit der 2010 eingeführten eingetragenen Partnerschaft zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts wahr: Nur 417 homosexuelle Partnerschaften wurden im Vorjahr in Österreich begründet.

Je 100.000 Einwohner wurden österreichweit 4,8 Partnerschaften eingetragen, also etwa ein Hundertstel des Werts der Eheschließungen. Den höchsten Wert erreicht Wien mit neun begründeten Partnerschaften je 100.000 Einwohner, den niedrigsten hatte das Burgenland – null Partnerschaften, Nullquote. (Michael Matzenberger, 14.3.2016)

Hinweis laut Statistik Austria

Mit 1. November 2014 hat die Statistik Austria ihre Datenquelle auf das Zentrale Personenstandsregister umgestellt. Damit wurden nun auch die im Ausland stattfindenden Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen und Partnerschaften von in Österreich wohnhaften Personen erfasst. Bei den Ehen handelte es sich in 6,6 Prozent der Fälle um Zeremonien im Ausland. Daten zur Staatsangehörigkeit der Geborenen, Verstorbenen und (Ehe-)Partner sind in den vorläufigen Zahlen noch nicht berücksichtigt.

  • Die Geburtenbilanz war im Vorjahr in Österreich klar positiv.
    foto: apa/afp/loic venance

    Die Geburtenbilanz war im Vorjahr in Österreich klar positiv.

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