Der Figl als Veganer

Ansichtssache15. März 2016, 15:00
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Nach Floh, Orlando di Castello und Hutter versucht sich Austro-Schweizer Patrick Friedrich an Wolfpassing

Das Achtel für Dreisechzig, das werden die Wolfpassinger nicht schlucken: Sonntagnachmittag, im gerade wieder einmal neu eröffneten Gasthaus Figl darf sich der neue Inhaber des Eckwirtshauses an der engsten Stelle des Dorfs am Rande des Tullnerfelds anhören, was er falsch macht. Von Menschen aus diesem kleinen Wolfpassing, die schon ein paar dieser (übrigens ansehnlichen) Achtel probiert haben. Der neue Chef heißt Patrick Friedrich, kam mit österreichischen Wurzeln, wie man so sagt, in Bern auf die Welt. Er lernte Koch im Kantonsspital Basel Stadt. Und er hat das Tullnerfeld schon ganz gut kennengelernt.

Floh und Co

Eineinhalb Orte weiter hat Friedrich 2004 und 2005 beim Floh in Langenlebarn gekocht, dann war er Souschef im Orlando di Castello und schließlich als Küchenchef mit Nigls Gasthaus Hutter über Krems 2013 "Einsteiger des Jahres" bei der großen onkelländischen Wirtshauspromotionsaktion "Top-Wirt des Jahres". Die Aussicht dort in Krems war (für große Menschen) um Welten besser als in Wolfpassing. Beim Essen würde ich eher für den Friedrich von März 2016 stimmen, wie ich ihn gerade erstmals als Wirtshausbetreiber erlebt habe. Aber vielleicht hatten er oder ich oder wir beide an diesem gewittrigen Sommersonntag des Jahres 2012 keinen allzu guten Tag, als ich im Hutter einfiel – nachzulesen hier.

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foto: harald fidler

L'Amur est un poisson rebelle

Weil Schmeck's-Userinnen und User nach neuesten Studien ungern beim Schlechtesten anfangen, will ich diese schöne katholische Esstradition gleich fortsetzen: Am wenigsten gefiel mir in Friedrichs Figl – neben dem noch immer ein bisschen kalten und noch immer ziemlich hässlichen zweiten Gastzimmer – der panierte Amur-Karpfen.

Schön daran war, dass er nicht so hundstrocken ausfiel, wie panierte Karpfen da und dort enden – aber natürlich nicht bei einem Profi wie Friedrich. Ein bisschen weniger cremig hätt' ich mir die Konsistenz des Fisches in der durchaus vernünftigen Panier halt vorgestellt. Aber: Ich hab mir trotzdem Alufolie für mein Stück zuviel geben lassen. Mir ist ja nichts zu peinlich, und vielleicht wird Amur beim Erkalten doch noch interessant.

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