Dem Tod eines Fans folgt die Empathie von 81.000

Video13. März 2016, 20:03
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Der Zuschauer war während des Spiels zwischen Dortmund und Mainz einem Herzinfarkt erlegen

Dortmund – Nach 30 Minuten gespenstischer Stille hielten 81.000 Zuschauer im Dortmunder Stadion am Sonntag ihre Schals in die Höhe und stimmten "You'll never walk alone" an. Zuvor hatten die Fans ihre Fahnen eingerollt und auf Gesänge verzichtet, der Tod eines Zuschauers während des Spiels gegen den FSV Mainz 05 hatte sich herumgesprochen.

"Wir Spieler haben zunächst gar nichts davon mitbekommen und waren wegen der Stille im Stadion irritiert", sagte der deutsche Nationalspieler Marco Reus bei Sky. "Direkt nach dem Spiel ist der Trainer auf uns zugekommen und hat uns aufgeklärt. Das ist tragisch und rückt das Spiel natürlich in den Hintergrund."

Nachdem auch die BVB-Spieler erfahren hatten, dass ein Mann an einem Herzinfarkt gestorben und eine weitere Person reaniminiert worden war, versammelten sie sich Arm in Arm auf dem Rasen und sangen mit den Fans.

Stadionsprecher Norbert Dickel teilte mit brüchiger Stimme mit: "Der BVB dankt allen Fans für das respektvolle Verhalten, insbesondere auch den Mainzern." Die Polizei teilte später mit: Der Verstorbene war ein 79-Jähriger, der Überlebende 55 Jahre alt.

Vereinspräsident Reinhard Rauball sprach der Familie des Verstorbenen im Namen des BVB sein Beileid aus und bedankte sich bei den Fans. "Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass Zuschauer dermaßen geschlossen ihre Trauer und ihren Respekt äußern", sagte Rauball auf Sky. "Ich ziehe auch meinen Hut vor den Mainzern, die auch ihren Support eingestellt haben."

foto: reuters/fassbender
Die Dortmund-Spieler versammelten sich nach dem Match vor der Tribüne.

Der Sport verkam an diesem Abend zur Nebensache: Im Signal-Iduna-Park sorgten Reus (30.) und Shinji Kagawa (73.) für einen 2:0-Sieg der Borussia. Die Mainzer, bei denen Julian Baumgartlinger durchspielte, haben trotz der Niederlage als Sechster weiter gute Chancen auf einen Europacup-Platz.

Der Österreicher Karim Onisiwo, der angesichts des arbeitsrechtlichen Konflikts mit Mattersburg mit einer provisorischen Spielberechtigung ausgestattet ist, bestritt sein erstes Pflichtspiel seit 2. Dezember. Er wurde bei den Mainzern in der 62. Minute eingewechselt. (sid, APA, red, 13.3.2016)

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