Vorwahlen der US-Republikaner: Das Imperium schlägt um sich

Kommentar13. März 2016, 18:47
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Die republikanische Kandidatensuche lässt in tiefe Abgründe blicken

Wenn du schon nicht siegen kannst, dann sorge wenigstens dafür, dass auch dein Gegner nicht gewinnt! Dies scheint die neue Devise von Marco Rubio vor dem "zweiten Super Tuesday" zu sein: Mit der Empfehlung an seine Anhänger, in Ohio nicht für ihn, sondern für Gouverneur John Kasich zu stimmen, fährt der US-Republikaner eine destruktive Wahlkampfstrategie. Devise: alles tun, damit beim Nominierungsparteitag im Juli kein Kandidat – sprich: Donald Trump – im ersten Durchgang die erforderliche Mehrheit bekommt.

Die Folge: eine "contested convention" – ein Parteitag mit Kampfabstimmung, bei dem die Delegierten ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr ans Vorwahlvotum ihres Heimatstaates gebunden sind. Und damit verbunden die Hoffnung, Trump doch noch verhindern zu können.

Viele Republikaner aus dem Establishment reagieren auf den Vorwurf, eine solche Strategie sei unfair, mit dem Argument, schließlich habe Trump die Partei mit Demagogie gekapert und würde als Präsident für die USA sogar eine veritable Gefahr bedeuten. Schon aus Staatsräson müsse man ihn also am Einzug ins Weiße Haus hindern.

Trump selbst ist auch nicht zimperlich: Offenbar hat er kein Problem damit, missliebige Demonstranten mit Gewalt von seinen Veranstaltungen entfernen zu lassen – ja er stiftet indirekt wohl selbst dazu an. Die republikanische Kandidatensuche lässt in tiefe Abgründe blicken. (Gianluca Wallisch, 14.3.2016)

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