"Tatort" aus Luzern aus dem Nobelinternat: Top oder Flop?

Ansichtssache13. März 2016, 18:39
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Diesen Sonntag ermitteln die Schweizer Kommissare Reto Flückiger und seine Kollegin Liz Ritschard in Luzern. Eine junge Frau wird nachts auf einer Landstraße von einem Lastwagen erfasst. Ava war bereits tot, als sie überfahren wurde.

Die Ermittler befragen Freunde der Toten und treffen im Internat auf die Kinder von hohen Politikern und Wirtschaftsgrößen. Als die Spuren aber zum Bruder eines Emirs führen, der als Minister in Luzern zu Besuch ist und diplomatische Immunität genießt, geraten die Kommissare zusehends in einen Interessenskonflikt mit der Bundespolizei.

foto: orf/ard/daniel winkler

"Die Elitenausbildung wird doch sehr verkürzt kritisiert, die grausamen Dynamiken innerhalb des Internatskosmos sind nur grob skizziert", kritisiert Christian Buß im "Spiegel.

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"Kleine Prinzen" heißt die Episode, "doch um die Welt dieser reichen Kinder geht es am Ende kaum, sie bleibt nur eine funzelig ausgeleuchtete Kulisse", heißt es bei Katharina Riehl in der "Süddeutschen Zeitung". "Stattdessen ist mal wieder alles dabei, was im Fundus der Krimifiguren zwischen den Mottenkugeln lagert: Die Internatsleiterin will ihre zahlungskräftige Klientel vor den neugierigen Augen der Kommissare schützen, der Mann von der Bundesbehörde will die Ermittlungen gegen die Emirs verhindern, der Vorgesetzte bei der Kripo duckt sich vor der Bundesbehörde weg, Kommissar Flückiger muss ob der vielen Steine in seinem Weg schrecklich viel fluchen, und der Vater der Toten nimmt das Recht selbst in die Hand"

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Dieser "Tatort" könne "unmöglich wollen, dass man ihn ernst nimmt. Das Neuste aus dem Berufsleben von Kommissar Flückiger (Stefan Gubser) und seiner Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) vereint so viele Stereotype, dass man es vertrauensvoll zu den Akten legen kann", so Daniele Muscionico in der "Neuen Zürcher Zeitung".

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"Das Drehbuch will in höhere Kreise. Es geht in ein Eliteinternat, wo "zukünftige Diktatoren" groß werden – womit auf das Gerücht angespielt sein dürfte, der nordkoreanische Anführer Kim Jong Un habe sich in einer ebensolchen Schweizer Anstalt bilden lassen", schreibt Roman Gerold im TV-Tagebuch des STANDARD. " Unter der noblen Oberfläche wuchert das Triebhafte. Der eine dealt, des anderen Zimmer ist ein Lager sauberen Urins, mit dem man Drogentests besteht."

Wie hat Ihnen dieser "Tatort" gefallen? Top oder Flop? (red, 13.3.2016)

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