Gedehnter und wieder geschrumpfter Astronaut geht in den Ruhestand

13. März 2016, 16:56
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Scott Kelly will sich aber weiter an den wissenschaftlichen Studien beteiligen, die er an Bord der ISS begonnen hatte

Washington – Jenseits der 50 noch einmal vier Zentimeter über den eigenen Zwillingsbruder hinauszuwachsen, das ist nicht jedem vergönnt. Dem US-Astronauten Scott Kelly widerfuhr dies, da sich seine Wirbelsäule während der 340 Tage, die Kelly in der Schwerelosigkeit verbrachte, ausdehnte. Wesentlich schneller – und unter Schmerzen – hat sie sich inzwischen allerdings wieder auf das normale Ausmaß zusammengezogen.

Gut eine Woche nach seiner Rückkehr aus dem All hat Kelly nun seinen Abschied in den Ruhestand angekündigt. Kelly werde am 1. April als Astronaut in Pension gehen, erklärte die US-Raumfahrtbehörde NASA. Er kann es in der Gewissheit tun, der US-Bürger zu sein, der bisher die längste Zeit im Weltraum verbrachte: Bei vier Missionen hielt er sich insgesamt 520 Tage im All auf. Kelly, ein früherer Navy-Pilot, war 1996 in die NASA eingetreten. Seinen ersten Flug ins All absolvierte er 1999 an Bord des Shuttles "Discovery", seine übrigen drei Einsätze führten ihn zur ISS.

Nach seinem Abschied als Astronaut wird Kelly sich weiter an den wissenschaftlichen Studien beteiligen, die er an Bord der ISS begonnen hatte. Dabei geht es um die Untersuchung der körperlichen und psychischen Folgen von Langzeitaufenthalten im Weltraum mit Blick auf eine geplante Mars-Mission. (APA, red, 13. 3. 2016)

  • Scott Kelly (links) und sein Zwillingsbruder Mark, ebenfalls ein (Ex-)Astronaut: inzwischen sind die beiden wieder gleich groß.
    foto: ap/pat sullivan

    Scott Kelly (links) und sein Zwillingsbruder Mark, ebenfalls ein (Ex-)Astronaut: inzwischen sind die beiden wieder gleich groß.

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