Weinkauf im Internet wird zunehmend populär

13. März 2016, 13:43
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Laut Umfrage zum Start der Messe Pro Wein in Düsseldorf – Auch der Verkauf im Supermarkt am Vormarsch

Der Weinkauf im Internet wird immer beliebter. Bereits mehr als jeder zweite deutsche Weinkäufer (57 Prozent) hat sich nach den Ergebnissen einer repräsentativen Befragung der Hochschule Heilbronn schon im Internet bedient, wie die Veranstalter zum Start der Messe Pro Wein in Düsseldorf berichteten.

Bei der nur für Fachbesucher geöffneten Messe präsentieren bis Dienstagabend rund 6.200 Aussteller aus fast 60 Ländern Trends aus der Weinwelt. Rund 52.000 Besucher werden erwartet. Ausgeschenkt werden seit Sonntag nicht nur Riesling, Spätburgunder und Chardonnay des neuen Jahrgangs, sondern auch Sekte, Spirituosen und Cocktails.

Supermarkt-Verkauf

Ein weiterer Trend auf dem Weinmarkt: Der Verkauf im Supermarkt. "Vor allem die klassischen Supermärkte mit einer Fläche unter 5.000 Quadratmetern werden als Absatzschiene für die deutschen Erzeuger immer wichtiger", sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule, im Vorfeld der Pro Wein. Ergänzt um regionale und höherwertige Weine im Regal sei der Marktanteil des klassischen Lebensmitteleinzelhandels (Ladengröße unter 5.000 Quadratmeter) am Verkauf deutscher Weine gestiegen, seit 2012 von 10 auf 17 Prozent beim Absatz.

Die Kehrseite: Während der Supermarkt Kasse macht, gehen die direkten Verkäufe der Erzeuger zurück – im selben Zeitraum von 30 auf 27 Prozent. Grund für das veränderte Konsumverhalten der Weinliebhaber ist nach Ansicht der Weinvermarkter vom DWI nicht zuletzt auch die älter werdende Gesellschaft.

Durchschnittliche Preis: 2,97 Euro

Weinliebhaber gaben im vergangenen Jahr für die Flaschen aber auch etwas mehr Geld aus. Laut DWI stieg der durchschnittliche Preis pro Liter Wein – egal welche Herkunft – im gesamten Lebensmitteleinzelhandel um zwei Prozent auf 2,97 Euro. Der heimische Tropfen ist etwas teurer: Ein Liter aus deutschen Anbaugebieten kostete 3,23 Euro (plus drei Prozent), beim Erzeuger sogar 6,23 Euro.

Der Onlinehandel werde sich weiter vergrößern, sagte der Lehrbeauftragte für Weinhandelsmarketing an der Hochschule Heilbronn, Michael Pleitgen. Vor allem im oberen Preisbereich seien bereits ganze Sortimentsteile ins Internet abgewandert, stellt Pleitgen fest. Mit einem Durchschnittspreis von 6,86 Euro je Liter liege der Preis der im Internet gehandelten Weine damit mehr als doppelt so hoch wie im Lebensmitteleinzelhandel.

Discounter

Derzeit drängten aber auch Discounter und andere Anbieter von Lebensmitteln ins Geschäft mit dem Wein im Internet. Immer mehr Winzer, Weingüter und Genossenschaften betrieben zudem einen eigenen Online-Shop.

Im vergangenen Jahr war der Gesamtumsatz mit Wein in Deutschland nach Angaben des Deutschen Weininstituts um rund ein Prozent auf sechs Milliarden Euro zurückgegangen. 2015 wurden rund 14 Millionen Hektoliter Wein verkauft. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte den Anteil der Online-Umsätze in einer Untersuchung für das Jahr 2014 auf rund fünf Prozent beziffert. Neuere Daten liegen nicht vor. (APA, 13.3.2016)

  • Nutzer bestellen immer öfter Wein im Netz
    foto: apa/hildenbrand

    Nutzer bestellen immer öfter Wein im Netz

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