Polizist wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht

13. März 2016, 08:37
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Soll bei Gegendemo gegen Aufmarsch der "Identitären" 42-Jähriger Knöchelverletzung zugefügt haben – Frau wollte Sperrkette durchbrechen, um angeblich Tochter aus Tumult zu holen

Wien – Am kommenden Dienstag muss sich ein Wiener Polizist wegen schwerer Körperverletzung im Straflandesgericht verantworten. Er soll am 17. Mai 2013 bei einer Gegendemo gegen einen Aufmarsch der rechten "Identitären" einer 42-Jährigen eine – amtsärztlich belegte – Knöchelverletzung zugefügt haben, indem er sie zunächst mit beiden Händen in die Höhe hob und dann unsanft am Boden absetzte.

Die Frau soll zuvor versucht haben, eine von der Polizei gebildete Sperrkette zu durchbrechen, die dazu dienen sollte, die Teilnehmer einer von der "Offensive gegen Rechts" ausgerufenen Gegenkundgebung von den "Identitären" abzuhalten. Die 42-Jährige sagt dazu, sie habe nur zu ihrer 17 Jahre alten Tochter gelangen wollen, um diese aus dem Tumult hinter der Sperrkette zu holen. Sie will gar nicht an der Gegendemo teilgenommen haben.

Auseinandersetzungen

Am Rande der Kundgebung gegen die "Identitären", an der sich laut Veranstalter rund 1.000 Personen beteiligten, war es am Weg vom Westbahnhof Richtung Innenstadt immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und linken Demonstranten gekommen. 37 Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen, einer von ihnen landete wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt sogar in U-Haft. Die Manifestanten ihrerseits erhoben Vorwürfe gegen den Polizeieinsatz und beklagten das gewalttätige Vorgehen der Exekutive. Die Grünen sahen sich aufgrund der Vorgänge veranlasst, eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten zu fordern. (APA, 13.3.2016)

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