Serbischer Prinz Aleksandar will Schloss einklagen

12. März 2016, 20:16
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Sohn des letzten Königs kündigt Gang vor Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an

Belgrad/Straßburg – Weil sich der serbische Staat weigert, das Weiße Schloss in Belgrad an die einstige Herrscherfamilie Karadjordjevic zurückzugeben, will Prinz Aleksandar (70) vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Das kündigte der Sohn des letzten serbisch-jugoslawischen Königs Peter II. am Samstag in der Zeitung "Novosti" an.

Die Justiz in Serbien müsse "Gehör für Demokratie und Menschenrechte" zeigen und das 135 Hektar große Areal im grünen Belgrader Stadtteil Dedinje seiner Familie zurückgeben, verlangte der Prinz. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Kommunisten den Königsbesitz enteignet.

Weder Wasser noch Heizung

Der Staat kümmere sich überhaupt nicht um den Besitz seiner Vorfahren, sagte Aleksandar weiter: "Seit Jahren gibt es weder Wasser noch Heizung und auch mit dem Strom gibt es Schwierigkeiten. (...) Wenn sich da nichts ändert, wird das Schloss in ein paar Jahren völlig verfallen."

In der kommenden Woche erhält Aleksandar in seiner angeschlagenen Residenz, die er nur auf Zeit nutzen darf, hohen Besuch. Der britische Thronfolger Charles und seine Frau Camilla reisen nach Serbien und werden auch einen Abstecher ins Weiße Schloss machen.

Der Vater des Thronfolgers, König Peter II., verbrachte den Zweiten Weltkrieg im Londoner Exil. Dort heiratete er im März 1944 griechische Prinzessin Alexandra (1921-1993). In London wurde 1945 auch ihr einziger Sohn Alexander geboren. Nach dem Kriegsende untersagten die in Belgrad herrschenden Kommunisten die Rückkehr des einstigen Königs und seiner Familie nach Jugoslawien. (APA, 12.3.2016)

  • Aleksandar Karadjordjevic für dem Weißen Schloss.
    foto: reuters

    Aleksandar Karadjordjevic für dem Weißen Schloss.

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