Abkommen zwischen USA und Kanada: Methan im Fokus

11. März 2016, 17:20
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Die wesentlichen Quellen, bei denen Methan entsteht, sind Öl- und Gasproduktion sowie die Viehhaltung

Washington/Brüssel/Wien – Das Treibhausgas Methan bekommt mehr politische Aufmerksamkeit. Das Gas ist nämlich um ein Vielfaches klimaschädlicher als das bekanntere Kohlendioxid (CO2). Bei einem Treffen in Washington haben sich der kanadische Premierministers Justin Trudeau und US-Präsident Barack Obama deshalb darauf geeinigt, die Methan-Emissionen aus dem Öl- und Gassektor in den nächsten zehn Jahren deutlich zu reduzieren.

Die wesentlichen Quellen, bei denen Methan entsteht, sind Öl- und Gasproduktion sowie die Viehhaltung, und da vor allem wieder die Aufzucht von Kühen. Methan gilt – je nach Untersuchung – als 25- bis 40-mal schädlicher als CO2. Das heißt, um diesen Wert ist das Erwärmungspotenzial höher.

Die Vereinbarung zwischen den USA und Kanada zielt besonders auf die Förderung von Erdgas und -öl ab, und dabei wiederum auf das umstrittene Fracking. Bei dieser Technologie entweicht besonders viel Methan. Obama und Trudeau wollen die bei Förderungen entstehenden Emissionen bis 2025 um 40 bis 45 Prozent reduzieren.

Klimaabkommen

Auch in der EU kümmert man sich seit dem Klimaabkommen von Paris im Dezember verstärkt um Methan, allerdings wird da der Fokus auf die Landwirtschaft gelegt. Etwa 40 Prozent des Methans in der EU entstehen durch Nutztierhaltung.

Laut dem Branchenbericht von Euractiv gibt es einen Vorstoß der EU-Kommission, Methan-Emissionen erstmals zu deckeln. Bisher hat man Methan immer unter dem Dach des in Summe wichtigeren Kohlendioxids gesehen. Mit dem "CO2-Äquivalent" wurden Methan und andere, "kleinere" Klimagase eingerechnet, sodass man ein einheitliches Maß für das Erwärmungspotenzial hatte.

In Österreich wird jedenfalls vorsorglich daran gearbeitet, dass die Kuhhaltung nicht unter zu strengen klimaschützerischen Diskurs fällt. Die Tierproduktion, sagte Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes (ÖVP) kürzlich, sei hierzulande klimaeffizienter als anderswo. Dies hänge damit zusammen, dass Gras von Almen und frischer Grünschnitt verwendet wird. Die Erzeugung von Methan im Magen der Kuh sei dabei nicht so stark wie bei einem Tier, das mit trockenen Gräsern und Stroh aufgezogen wird. (Johanna Ruzicka, 11.3.2016)

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