Esther Kinsky: Eine Reise auf die Krim

11. März 2016, 17:18
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Die Slawistin hat einen kritischen Bericht über ihre Reise auf die Krim geschrieben. Lesung und Gespräch am Montag

Salzburg – Einige Monate vor Beginn der Krim-Krise reiste die deutsche Schriftstellerin und Slawistin Esther Kinsky erstmals ans Schwarze Meer, begleitet von ihrem Ehemann, dem schottischen Historiker, Autor und Übersetzer Martin Chalmers. Die gemeinsame Reise sollte ihre letzte sein, Chalmers verstarb 2014. Esther Kinsky schrieb den Reisebericht allein zu Ende: Karadag Oktober 13. Aufzeichnungen von der kalten Krim (Verlag Matthes & Seitz, 2015). Am Montag stellt sie das Buch im Salzburger Literaturhaus vor.

Am Schwarzen Meer hatten schon Anton Tschechow und Ossip Mandelstam Erholung gesucht, hatte Dmitri Schostakowitsch komponiert. Es sind nicht besonders schmeichelhafte Aufzeichnungen, die Kinsky und Chalmers von den Menschen machen – grau und kalt wie das Wetter erscheinen sie. Dafür sind Tiere allgegenwärtig – und der Karadag aus dem Buchtitel: der schwarze Berg an der Küste. Das Schriftstellerpaar erkundet bei einer Bergtour eine imposante Landschaft, getrübt allerdings von den Erfahrungen mit einem Führer in Militäruniform.

Kinsky zitiert neben den eigenen Notaten noch aus den historischen Aufzeichnungen des britischen Diplomaten Lawrence Oliphant. Der hatte die Krim kurz vor Ausbruch des Krimkriegs in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereist. Die Wanderungen und Fahrten in klapprigen Sammeltaxis oder mit dem Mietwagen sind von einer melancholischen Grund stimmung überschattet. Ein angesichts der weltpolitischen Entwicklungen verständlicher Tonfall. Im Anschluss an die Lesung der Autorin folgt ein Gespräch. (dog, 11.3.2016)

14. 3., Literaturhaus Salzburg, 0662/42 24 11, 19.30

  • Blick auf die Zarenbucht an der Schwarzmeerküste in der Nähe des Kap Kapchik.
    foto: imago/fotoimedia

    Blick auf die Zarenbucht an der Schwarzmeerküste in der Nähe des Kap Kapchik.

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