Junge Menschen neigen am stärksten zur "Aufschieberitis"

12. März 2016, 12:30
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Deutsche Forscher befragten Probanden danach, wie stark ihr Hang zu Prokrastination ist

Mainz – Den Spruch "Verschieben wir es doch auf morgen" hat Scarlett O'Hara in "Vom Winde verweht" weltberühmt gemacht. Altersmäßig fiele sie in die Gruppe, die laut einer aktuellen Studie aus Deutschland die stärkste Neigung zur Prokrastination – gerne auch "Aufschieberitis" genannt – hat. Nur Scarletts Geschlechtszugehörigkeit ist nicht typisch – das Phänomen tritt überwiegend bei jungen Männern auf.

Für die Studie der Universitätsmedizin Mainz wurden insgesamt 2.527 Teilnehmer zwischen 14 und 95 Jahren in Ost- und Westdeutschland interviewt. Die Probanden seien zunächst persönlich befragt worden, erklärte eine Sprecherin der Universitätsmedizin. Anschließend hätten sie im Beisein des Interviewers einen Fragebogen ausgefüllt. Dabei sei es auch um die Frage gegangen, wer am ehesten unliebsamen Pflichten ausweicht.

Die entscheidenden Faktoren

Unter den verschiedenen Altersgruppen war die jüngste – die 14- bis 29-Jährigen – diejenige, die am stärksten zum Aufschieben neigte. Zugleich war dies die einzige, bei der sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigte – männliche Befragte neigten stärker zum Verschieben unliebsamer Aufgaben als weibliche.

In der Studie wird Prokrastination mit einer Reihe von Faktoren in Verbindung gebracht, die sich unter Unzufriedenheit subsumieren ließen oder damit einhergehen: Das Fehlen einer Beziehung, Arbeitslosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und Angstgefühle sowie ein als hoch empfundenes Stresslevel. (red/APA, 12. 3. 2016)

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