Gut kann in Lenzerheide große Kugel gewinnen

11. März 2016, 15:38
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Schweizerin kann erstmals seit 1995 Gesamtsieg in die Schweiz holen – Kirchgasser, Hütter mit Mini-Kugel-Chancen

Lenzerheide – Eine Woche nach Marcel Hirscher bei den Herren kann auch Lara Gut bei den Damen den Alpinen Skiweltcup 2015/16 vorzeitig für sich entscheiden. Nach dem Aus von Lindsey Vonn muss die 263 Zähler vor Viktoria Rebensburg liegende Schweizerin aus dem kommenden Heimauftritt in Lenzerheide (Super-G, Kombination) mit 300 Punkten Vorsprung herausgehen, um die große Kugel fix zu haben.

Die 24-jährige Gut wäre die erste Schweizer Gesamtsiegerin seit 21 Jahren, nämlich seit Vreni Schneiders Titel 1995. Getrübt werden würde Guts bisher größter Erfolg trotz ihrer aktuell sechs Saisonsiege dadurch, dass mit Tina Maze, Anna Fenninger, Vonn und Mikaela Shiffrin gleich vier Favoritinnen auf den Gesamtsieg diesen Winter entweder komplett (Maze, Fenninger) oder teilweise (Vonn, Shiffrin) fehlten.

Ob die ebenfalls lange mit Problemen kämpfende Rebensburg es schafft, das Rennen bei den Damen wenigstens bis zum folgenden Finale in St. Moritz offen zu gestalten, kann bezweifelt werden. Auch wenn die 26-jährige Deutsche die Flinte noch nicht ins Korn geworfen hat und sich am Sonntag extra nochmals in eine Kombination wagt. Dort hat sie allerdings wegen ihrer Slalomschwäche eine vernichtende Bilanz und in bisher sieben Auftritten noch nie gepunktet. "Sehr realistisch ist es also nicht", hatte Rebensburg zuletzt in Jasna ahnungsvoll gemeint.

Klare Favoritenrolle

Gut ist im Finish klare Favoritin. Alle noch ausstehenden Rennen finden in der Schweiz statt, dort hat die Tessinerin bisher die meisten (4) ihrer insgesamt 18 Weltcupsiege gefeiert. Und selbst wenn Rebensburg alle vier in Bewerbe, in denen sie Siegchancen hat (2 Super-G, je eine Abfahrt und ein RTL) gewinnt, läge die Deutsche dann an Siegen gleichauf mit der Schweizerin, die dann aber eben bei den zweiten Plätzen die Nase vorne hätte.

Schafft Gut am kommenden Wochenende also 37 Punkte mehr als Rebensburg, ist die Sache gegessen. In Jasna hatte Rebensburg gegenüber der APA – Austria Presse Agentur bestätigt, dass sie maximal fünf der noch sechs ausstehenden Einzel-Rennen bestreiten und auf den finalen Spezialslalom in St. Moritz verzichten wird.

Gut kann hingegen auch noch die kleinen Kugeln für die Super-G- und Kombi-Wertung holen. Im Super-G liegt sie 64 Punkte hinter Vonn, die verletzungsbedingt die Saison aber schon beendet hat. Tina Weirather hat bereits 70 Punkte Rückstand auf Gut, allerdings stehen noch zwei Rennen aus. Cornelia Hütter, die nach kurzem Verletzungs-Aus in Lenzerheide auf die Rennpiste zurückkehrt, liegt wie Rebensburg 116 Zähler zurück. Die Steirerin ist nach starkem Saisonstart am Ende also nur noch Außenseiterin.

Kurios ist die Situation in der Kombination. Nach zwei von drei Events liegen Gut, Vonn und die Kanadierin Marie-Michele Gagnon mit jeweils 100 Punkten vor der Schweizerin Wendy Holdener (98) gleichauf in Front. Vonn (sieglos) ist aus dem Kugel-Rennen, theoretisch hat dafür sogar die bei 73 Punkten haltende Michaela Kirchgasser noch eine Chance.

Doch die Salzburgerin musste zuletzt wegen ihrer im Jasna-Riesentorlauf erlittenen Knorpelprellung einen Rückschlag hinnehmen. "Ich spüre das Knie natürlich noch. Ich denke aber, dass ich attackieren kann", sagte die 30-Jährige. Auftrieb gegeben hat Platz vier im Jasna-Slalom, das könnte auch für die Kombi wichtig werden.

"Es ist gut zu wissen, dass ich im Slalom schnell fahren kann", gab sich Kirchgasser einerseits zufrieden. Hinsichtlich ihrer Kugel-Chancen in der Kombi meinte die Salzburgerin: "Ich habe mir die Punkteverteilung angeschaut. Ich muss wohl gewinnen und zudem auch noch das Glück auf meiner Seite haben. Deshalb gibt es nur eines, volle Attacke." (APA, 11.3.2016)

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