Österreicher stehen selbstfahrenden Autos skeptisch gegenüber

11. März 2016, 15:34
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Studie von IMAS und FH Wels: Furcht vor weniger Sicherheit und "gläsernem Fahrer"

Die Entwicklung selbstfahrender Autos gilt als nächster Quantensprung in der Branche, dennoch stehen die Österreicher der Fortbewegungsart skeptisch gegenüber. Die Mehrheit hält einen Fahrer aus Fleisch und Blut für sicherer, zudem befürchten viele einen höheren Preis. Das ergab eine gemeinsame Studie der FH Wels und dem Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS, die am Freitag präsentiert wurde.

Eigenständige Parkplatzsuche kommt an

15 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in den kommenden zehn Jahren ein solches Fahrzeug zu kaufen, mehr dafür bezahlen würden nur sieben Prozent. Punkten kann ein Wagen allerdings, wenn er selbstständig einen Parkplatz findet. 52 Prozent der 1.015 Befragten glauben, dass der Mensch der bessere Autofahrer ist, 17 Prozent halten den selbstfahrenden Wagen für den fähigeren Lenker. 31 Prozent wollten kein Urteil fällen. 19 Prozent glauben, dass das Autofahren dadurch sicherer wird, 46 denken das nicht.

44 Prozent erwarten, dass das Auto teurer wird. 36 Prozent sehen eine größere Angreifbarkeit durch Hacker, 31 Prozent rechtliche Probleme bei Unfällen. 28 Prozent befürchten, "gläserne Fahrer" zu werden und an Privatsphäre zu verlieren. Auf der Plus-Seite nannte bei der Pressekonferenz in der FH Wels IMAS-Prokurist Paul Eiselsberg das selbstständige Finden von Parklücken bzw. Einparken (35 Prozent), sowie, dass die Technologie eine große Hilfe für ältere Menschen ist (33 Prozent), und das Umfahren von Staus (29 Prozent). Geringere Versicherungsprämien (acht Prozent) oder Wartungskosten (sieben Prozent) werden nur von Wenigen prognostiziert.

Angst um Arbeitsplätze

Sollten sich die selbstfahrenden Autos durchsetzen, so werde das viele Arbeitsplätze kosten, befürchten 31 Prozent. Dass dadurch neue Jobs geschaffen werden, glauben hingegen nur 15 Prozent. Die große Mehrheit hat keine Meinung oder erwartet keinerlei Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Interesse an der neuen Technologie haben eher Männer, Jüngere und besser Ausgebildete.

Ungeachtet der negativen Befürchtungen in der Bevölkerung will Oberösterreich bis 2020 den Bereich der Fahrzeug- und Antriebskonzepte ausbauen. Ein damit zusammenhängendes bildungspolitisches Ziel laute, bis dahin ein international attraktiver Ausbildungsstandort in den Bereichen Mobilität und Logistik zu sein, meinte Landeshauptmannstellvertreter Thomas Stelzer (ÖVP) in Wels.

So startet ab Herbst ein neuer englischsprachiger Master-Studiengang "Automotive Mechatronics and Management" an der FH-Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften. Schon heute gängige Systeme wie Brems- Spur, Abstandshalte- oder Totwinkel-Assistenten seien bereits der erste "Schritt in Richtung selbstständig fahrende Autos, erklärte FH-Studiengangsleiter Kurt Gaubinger. (APA, 11.3.2016)

  • So "sehen" Googles selbstfahrende Autos den Verkehr.
    foto: reuters/elijah nouvelage

    So "sehen" Googles selbstfahrende Autos den Verkehr.

  • Was Österreicher von selbstfahrenden Autos erwarten.
    foto: apa

    Was Österreicher von selbstfahrenden Autos erwarten.

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