Parkingson, die

12. März 2016, 09:00
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Wichtig ist, schon auf erste Symptome zu reagieren

Es ist eigentlich ein Wunder, dass nicht schon früher darüber gesprochen wurde. Aber es bedurfte, wie so oft, erst eines extremen Anlassfalls, um die Öffentlichkeit wachzurütteln. Die Rede ist von Parkingson. Nicht zu verwechseln mit der verwandt klingenden Nervenkrankheit Parkinson.

Parkingson ist eine Zivilisationskrankheit. Es beschreibt eine chronische Form des Falschparkens. In Ballungsräumen kann das epidemische Ausmaße erreichen. Nun wird endlich darüber gesprochen. Grund dafür war eine publik gewordene schwere Infektion einer Wiener Polizistin. Diese erhielt Strafzettel im Ausmaß von 36.000 Euro. Das brachte der, nach wie vor Dienst versehenden, Beamtin neben dem finanziellen Schaden natürlich Häme ein. Von wegen für einen Waffenschein reicht's, für einen Parkschein nicht. Dabei verdient Krankheit doch Anteilnahme und Vorbeugung, denn die ist möglich.

Erste Symptome

Wichtig ist, schon auf erste Symptome zu reagieren. Zu diesen zählt das vermehrte Kassieren von Strafzetteln. Wird das eigene Auto öfter als dreimal im Jahr abgeschleppt, spricht man bereits von chronischem Parkingson. Andere Indizien sind das Auftauchen von Parkkrallen an den Reifen. Es wurde schon von Fällen berichtet, bei denen sogar der Reservereifen von einer Kralle befallen war.

Die gute Nachricht ist, dass es für Erkrankte eine Vielzahl von Therapien gibt. Diese finden je nach Stadium der Erkrankung Einsatz. Bei leichten Fällen schafft oft schon ein Parkpickerl Linderung, in anderen tut es eine Jahreskarte für Öffis. Besonders schwer Heimgesuchten kann ein eigener Parksheriff zugeteilt werden, aber noch weigern sich die Krankenkassen, die Kosten dafür zu übernehmen. In jedem Fall erfordert Parkingson eine langwierige Therapie, sind Rückfälle möglich.

Auch die erwähnte Polizistin hadert noch mit Spätfolgen ihres Gebrechens. Um die 36.000 Euro zu begleichen, hat sie zwar Kontakt mit einem Geldinstitut aufgenommen, doch als bereits die erste Ratenzahlung ausblieb, stellte sich heraus, die Arme war auf einer Parkbank gewesen. (Karl Fluch, 12.3.2016)

  • Chronisches Falschparken kann in Ballungsräumen epidemische Ausmaße erreichen.
    foto: apa / dpa / julian stratenschulte

    Chronisches Falschparken kann in Ballungsräumen epidemische Ausmaße erreichen.

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