"Lernbuddys": Mehr als nur Nachhilfelehrer

11. März 2016, 14:56
35 Postings

Studierende unterstützen Kinder aus sozial benachteiligten Familien

Salzburg – Ob für Tests lernen, Hausübungen machen oder einfach die Freizeit miteinander genießen: Studierende der Uni Salzburg unterstützen Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Die "Lernbuddys" sind mehr als nur Nachhilfelehrer. Neben der schulischen Unterstützung geht es auch um soziales Lernen. Die Buddys verbringen Zeit mit ihren Schützlingen und sind einfach für sie da. Sie machen mit den Kindern Ausflüge, gehen mit ihnen Schwimmen, ins Museum oder ins Kino.

Das Projekt "Lernen macht Schule" wurde im Herbst 2014 in Salzburg gestartet. Am Donnerstagabend fand ein Festabend für die Lernbuddys im St. Virgil statt. Initiiert wurde das Mentoring-Projekt 2010 an der Wirtschaftsuniversität Wien. In Salzburg übernahm das Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen (IFZ) das Konzept, Kooperationspartner ist die Caritas. Die Lernbuddys kommen von der Uni Salzburg, die Kinder können sich bei den Lerncafés der Caritas Salzburg anmelden. In Salzburg liegt der Schwerpunkt vor allem auf Kindern mit Migrationshintergrund. Ende Februar sind 21 neue Tandems ins neue Semester gestartet.

Einmal pro Woche Treffen mit dem Lernbuddy

Die Lernbuddys absolvieren im Vorfeld ein dreitägiges Einführungsseminar, auch im laufenden Buddy-Alltag gibt es Supervision und Fortbildungen. Die Studierenden lernen durch die freiwillige Tätigkeit Menschen aus anderen sozialen Schichten und Kulturkreisen kennen und können ihre pädagogischen und sozialen Kompetenzen weiterentwickeln. Die Kinder und Jugendlichen erhalten kostenlose Unterstützung beim Lernen und im besten Fall ein Vorbild, das mit ihnen Zeit verbringt. Die Schüler treffen sich mindestens einmal wöchentlich mit den Studierenden, die Partnerschaft besteht für zumindest ein Studienjahr.

Ziel des Projekts ist, die Unterschiede in den Bildungschancen zu verringern. "Rollenvorbilder und Menschen, die dich unterstützen, können vererbbare Bildungsarmut durchlässig machen", sagt der Salzburger Armutsforscher und Leiter des IFZ, Clemens Sedmark. Auch Caritas-Direktor Johannes Dines ist überzeugt: "Armut muss nicht vererbbar sein." Der Rektor der Uni Salzburg, Heinrich Schmidinger, möchte, dass jeder die Chance hat, an eine Uni zu gehen, obwohl Studien zeigen, dass es für Kinder aus sozial schwächeren Familien schwieriger ist, eine akademische Laufbahn einzuschlagen: "Wir sind zwar eine geistige Elite. Was wir aber nicht sein wollen, ist eine soziale Elite." (Stefanie Ruep, 11.3.2016)

Share if you care.