Salzburg im Titelkampf bei Angstgegner WAC gefordert

11. März 2016, 14:02
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Bullen können im Fernduell mit Rapid vorlegen – Pfeifenberger trotz jüngstem WAC-Erfolgslauf: "Nicht alles Gold, was glänzt"

Wolfsberg – Fußball-Meister Red Bull Salzburg kann am Samstagnachmittag (16.00 Uhr) im Titelduell mit Rapid Wien vorlegen. Allerdings ist der Tabellenführer bei seinem Angstgegner WAC gefordert. Die Kärntner sind als Team der Stunde bereits fünf Runden ungeschlagen. Von den jüngsten sieben Duellen mit Salzburg haben sie nur eines verloren, zu Hause von den jüngsten vier überhaupt keines.

Die Salzburger sind vier Spiele unbesiegt. Auswärts gelang ihnen in den vergangenen sieben Ligapartien aber nur ein voller Erfolg. Trainer Oscar Garcia forderte einen besonders konzentrierten Auftritt. "Wir müssen mit der gleichen Mentalität und mit dem gleichen Einsatz spielen wie in den vergangenen Runden, wenn wir die drei Punkte holen wollen", meinte der Spanier.

Oscar hat den Bullen ein leicht verändertes Konzept verordnet. Unter dem früheren Barcelona-Spieler, seit Winter im Amt, wird nicht mehr bedingungsloses Angriffspressing gespielt. Stattdessen gibt es auch Phasen, in denen der Meister versucht, Partien mit Ballbesitz zu beruhigen. "Ich denke, wir müssen kontrolliert spielen", sagte Oscar. "Ballbesitz ist eine wichtige Sache."

Der punktegleiche Titelkonkurrent Rapid tritt erst am Samstagabend (18.30 Uhr) zu Hause gegen die Admira an. Den psychologischen Vorteil wollte Oscar nicht überbewerten. "Aber ich spiele lieber vorher." Wenngleich der 42-Jährige möglicherweise auf Spielmacher Naby Keita (Oberschenkelprobleme) verzichten muss – und vor dem WAC warnte. "Es ist ein schwieriges Spiel gegen einen Gegner, der sehr heimstark ist und nicht viele Gegentore zulässt."

Tatsächlich hat nur Salzburg selbst (26) in dieser Saison weniger Treffer kassiert als der WAC (28). Seit 30. August (0:2 gegen Altach) haben die Kärntner neun Heimspiele nicht verloren. In den vergangenen fünf gab es nicht einmal ein Gegentor. "Wir sind in der Defensive sehr stabil. Das ist eine gute Basis und wir machen jetzt auch die Tore. Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt", meinte WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger.

Der Ex-Internationale sieht trotz des jüngsten Erfolgslaufes noch Luft nach oben. Im Offensivspiel gelte es, auch in Hälfte zwei die Ruhe zu bewahren. "Wir müssen ausgeglichener werden. Gegen Salzburg brauchen wir eine ganz überzeugende Leistung", sagte Pfeifenberger. Fünf Punkte liegt der Tabellensiebente mittlerweile vor Schlusslicht SV Grödig. "Wir haben keine Zeit, uns auszurasten oder überheblich zu werden. Es werden noch zehn sehr harte Spiele."

Gegen die Bullen will der WAC-Coach aus Salzburg Akzente setzen. Die zuletzt erfolgreichen Offensivkräfte Marc Andre Schmerböck, Issiaka Ouedraogo und Philip Hellquist sollen allesamt beginnen. "Worauf sollen wir warten? Wenn du gegen Salzburg nur hinten drinnen stehst, wirst du nicht viel gewinnen", betonte Pfeifenberger. "Wir wollen das Momentum der Spieler nutzen, die gut drauf sind. Und wir wissen, dass wir daheim sehr stark sind."

Auch Salzburg hat beim WAC seit mehr als zwei Jahren nicht gewonnen – seit einem 2:1 am 4. Dezember 2013. Die beiden bisherigen Saisonduelle endeten 1:1. Für Salzburg traf jeweils Kapitän Jonatan Soriano. Mit einem weiteren Tor würde sich der Spanier alleine an die Spitze der Legionärs-Bestenliste seit Gründung der Bundesliga setzen. Derzeit teilt er sich den Rekord von 108 Ligatreffern mit Rapid-Legende Zlatko Kranjcar. (APA, 11.3.2016)

Wolfsberger AC – Red Bull Salzburg (Samstag, 16.00 Uhr, Lavanttal-Arena, SR Schüttengruber). Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (h), 1:1 (a)

WAC: Kofler – Standfest, Sollbauer, Drescher, Palla – Jacobo, Hüttenbrenner, Tschernegg, Schmerböck – Hellquist, Ouedraogo

Ersatz: Dobnik – Berger, Zündel, Rabitsch, Bingöl, Weber, Wernitznig, Silvio

Es fehlen: Rnic (Syndesmoseband-Einriss), Seidl, Baldauf (beide krank), Trdina (nach Kreuzbandriss)

Salzburg: Walke – Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Minamino, Laimer, Keita/Pehlivan, Berisha – Prevljak, Soriano

Ersatz: C. Stankovic – Lainer, Lazaro, Schmitz, Mukhtar, Bernardo, Hwang, Oberlin, Damari

Es fehlen: Leitgeb, Yabo (alle Knieverletzung), Reyna (nach Knieverletzung wieder im Mannschaftstraining), Sörensen (Fußverletzung)

Fraglich: Keita (Oberschenkelprobleme)

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