Gelb provoziert: Keine Sperre für Junuzovic

11. März 2016, 23:00
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DFB-Sportgericht verhängt gegen den ÖFB-Teamspieler nur eine Geldstrafe – Richter: "Wir haben für Ehrlichkeit große Sympathie" – Hertha gegen Schalke souverän

Bremen – Das DFB-Sportgericht hat am Freitag sein Urteil verkündet: Werder Bremens Zlatko Junuzovic wird nach seiner durch Spielverzögerung provozierten gelben Karte nicht zusätzlich gesperrt.

Ein Grundsatzurteil gab es demnach nicht. Allerdings müssen Junuzovic und der Bremer Kapitän Clemens Fritz eine Geldstrafe von je 20.000 Euro bezahlen.

"Für Ehrlichkeit große Sympathie"

Damit distanzierte sich das Sportgericht von der Europäischen Fußballunion (Uefa). In internationalen Wettbewerben können Spieler, die Karten provozieren, bereits seit längerer Zeit zusätzlich bestraft werden. 2011 reagierte der Kontinentalverband, nachdem es in Champions und Europa League zu ähnlichen Vergehen gekommen war.

"Wir haben für Ehrlichkeit große Sympathie", sagte der Vorsitzende Richter Hans Eberhard Lorenz vor dem Urteilsspruch. Junuzovic wiederholte bei der Anhörung, was er bereits direkt nach dem Spiel in einem TV-Interview erklärt hatte: "Ich wollte mir die Gelbe lieber so abholen, als jemanden zu verletzen."

Junuzovic: "Vielleicht naiv"

Junuzovic und Fritz hatten sich am Wochenende im Match gegen Hannover jeweils um die fünfte Gelbe bemüht, um gegen Bayern München und nicht gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf gesperrt zu sein.

Es hatte laut Junuzovic aber "keine Abmachung mit dem Trainer und dem Verein" gegeben. Lediglich mit den Mitspielern sei darüber gesprochen worden. Einsicht des Österreichers: "Das Interview war menschlich, vielleicht aber naiv."

Hertha bleibt auf CL-Kurs

Zum Sportlichen: Hertha BSC festigte am Freitagabend mit einem 2:0 (1:0) gegen Schalke Platz drei. Vedad Ibisevic brachte die Mannschaft von Trainer Pal Dardai im Heimspiel vor 51.424 Zuschauern mit seinem achten Saisontreffer in Führung (42. Minute), Niklas Stark machte den verdienten Heimsieg perfekt (65.).

Die Hertha liegt nach dem ersten Erfolg über Schalke nach fast zehn Jahren nun schon vier Punkte vor den Gelsenkirchnern, bei denen Alessandro Schöpf bis zur 68. Minute spielte. Für die Berliner rückt das Comeback in der Champions League nach 17 Jahren immer näher. Den Schalkern droht nach zuletzt vier Spielen ohne Bundesliga-Niederlage hingegen an diesem Wochenende der Absturz aus der Königsklassen-Zone. (red, sid, 11.3.2016)

  • Steht Werder im Abstiegskampf zur Verfügung: Zlatko Junuzovic.
    foto: apa/dapd/hecker

    Steht Werder im Abstiegskampf zur Verfügung: Zlatko Junuzovic.

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