Liverpool war eine Nummer zu groß für Manchester United

11. März 2016, 12:07
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De Gea bewahrte United vor höherer Niederlage als 0:2 – Klopp: "Atmosphäre war unglaublich" – Scholes: "Es war chaotisch, ein Desaster" – Wimmer-Klub Tottenham vor Aus

Liverpool/Dortmund – Liverpool obenauf, Manchester United am Boden: Die Premiere des Klassikers auf europäischer Ebene wurde am Donnerstag zu einer überraschend klaren Angelegenheit. Die Reds dominierten das Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel an der Anfield Road und haben nach einem 2:0-Sieg beste Aufstiegschancen.

Liverpool zeigte ausgerechnet im Duell mit dem großen Rivalen die beste Vorstellung vor eigenem Publikum in der fünfmonatigen Amtszeit von Jürgen Klopp. "Wir waren von der ersten Sekunde an gut, haben alles auf den Platz gebracht", lobte Liverpools Trainer. Die Stimmung im Stadion war dementsprechend. "Das war das Liverpool, wie ich es aus früheren Glanzzeiten kenne. Die Atmosphäre war unglaublich."

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Liverpool-Trainer Jürgen Klopp in der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Vor allem vor der Pause schnürten die Gastgeber United in der eigenen Hälfte ein, das sich kaum befreien konnte. Da Goalie David de Gea aber in Höchstform agierte, blieb das Elfmetertor von Daniel Sturridge (20.) der einzige Treffer vor der Pause. "Sie haben in der ersten Hälfte sehr gut gespielt, wir haben kein Mittel gefunden. De Gea war fantastisch", analysierte ein enttäuschter United-Trainer Louis van Gaal.

Nach dem Seitenwechsel, als United zumindest etwas besser in die Partie kam, sorgte Roberto Firmino (73.) für die Entscheidung. "Vor dem Spiel hätte ich ein 2:0 sofort genommen, aber wir hätten noch mehr Tore schießen können", sagte Klopp. So darf sich United kommende Woche im Old Trafford noch kleine Hoffnungen machen.

Liverpools Formkurve zeigt nach oben

"Wir haben zu wenig gemacht, um ein Tor zu erzielen, haben aber noch eine zweite Chance. Es ist noch möglich aufzusteigen", sagte United-Offensivspieler Marouane Fellaini. In der Verfassung vom Donnerstag wird das aber schwierig werden. Ehemalige United-Granden waren bestürzt über den Auftritt. "Es war chaotisch, ein Desaster", kritisierte Paul Scholes.

Bei Liverpool zeigt die Formkurve hingegen nach oben, in der Liga hatte es zuvor schon drei Siege in Folge gegeben. "Wir wissen, dass es erst das Hinspiel war, aber wenn wir in Manchester wieder so auftreten, wird es schwierig für sie, uns zu schlagen", meinte Klopp. Während sein Klub in der Premier League unmittelbar hinter United nur Siebenter ist, steht Tottenham überraschend auf Rang zwei. Deshalb spielt die Europa League nicht so eine große Rolle für die Spurs, die den Fokus auf den Titelkampf legen.

Ein schlechter Tag für Tottenham

Die 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund war aufgrund von sieben Änderungen gegenüber dem 2:2 gegen Arsenal am Samstag keine allzu große Überraschung. "Es war ein ganz schlechter Tag für uns, wir haben nicht gut gespielt, ich bin sehr enttäuscht", sagte Trainer Mauricio Pochettino. Seine Elf kassierte zum ersten Mal in dieser Saison eine Niederlage mit mehr als einem Tor Unterschied. "Dortmund ist ein sehr starker Gegner, der normalerweise in der Champions League spielt", betonte der Argentinier nach seinem 100. Spiel als Spurs-Coach.

Kevin Wimmer war als eine der wenigen Stammkräfte im Einsatz. "Die Dortmunder haben uns früh gepresst. Gefühlt kam alle zwei Minuten ein Angriff auf uns zu. Unsere Umschaltbewegung war einfach nicht gut, und wir haben die Bälle viel zu leicht hergegeben und damit das Spiel völlig verdient verloren. Wir waren viel zu harmlos", analysierte der ÖFB-Teamverteidiger. Die Treffer von Marco Reus (2) und Pierre-Emerick Aubameyang (33. Saisontor) noch wettzumachen wird im Rückspiel eine nahezu unlösbare Aufgabe. Der BVB nahm den Schwung vom 0:0 gegen die Bayern in der Bundesliga mit. "Wir haben sehr frisch, sehr griffig gewirkt", lobte Thomas Tuchel.

Für einen anderen ÖFB-Legionär sind die Aufstiegschancen etwas höher. Der FC Basel holte mit Marc Janko gegen Titelverteidiger FC Sevilla ein 0:0. (APA, 11.3.2016)

  • Gut gelaunt: Jürgen Klopp. Weniger gut gelaunt: Louis van Gaal.
    foto: reuters/noble

    Gut gelaunt: Jürgen Klopp. Weniger gut gelaunt: Louis van Gaal.

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