Nach EZB-Entscheidung: Anleger hamstern Gold

11. März 2016, 11:24
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Gold klettert auf den höchsten Stand seit zwölf Monaten, EZB-Vize sieht bei Negativzinsen kaum noch Spielraum nach unten

London/Frankfurt – Der Goldpreis hat nach Äußerungen EZB-Chef Mario Draghi deutlich zugelegt und am Freitag den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. In der Spitze mussten die Anleger für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) an der Börse in London 1.284,64 US-Dollar (1.183,2 Euro) zahlen. Damit ist Gold so wertvoll wie zuletzt im Februar 2015.

Bereits seit Jahresbeginn ist der Goldpreis auf Erholungskurs, zuletzt haben ihm laut Experten Äußerungen Draghis Auftrieb verliehen. Der deutliche Preisanstieg sei erfolgt, nachdem Draghi am Donnerstag geäußert habe, dass er weitere Zinssenkungen derzeit nicht für nötig erachte, meinen Experten der Australia & New Zealand Banking Group. "Der geänderte geldpolitische Kurs wird die Goldkäufe stützen."

Massive geldpolitische Lockerung

Draghi hatte zwar ein umfassendes Paket geldpolitischer Lockerungen vorgelegt und damit den Euro zunächst geschwächt. Während der Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidungen stieg die Gemeinschaftswährung jedoch weit über ihr Ausgangsniveau hinaus. Im Gegenzug wurde der Dollar geschwächt. Da Gold zumeist in Dollar gehandelt wird, verbilligt sich dadurch das Edelmetall gemessen in anderen Währungen. Das steigert die globale Nachfrage und lässt dadurch den Goldpreis steigen.

Indes hat die EZBnach Einschätzung ihres Vizepräsidenten Vitor Constancio bei den Strafzinsen für Banken langsam das Ende der Fahnenstange erreicht. Jede Politik stoße an Grenzen, schrieb Constancio am Freitag in einem Beitrag, der auf der Webseite der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlicht wurde. "Im Fall der von uns gerade genutzten Instrumente trifft dies besonders auf unsere negativen Einlagenzinsen zu." Das liege nicht nur an den Auswirkungen auf die Banken.

Die Euro-Währungshüter hatten am Donnerstag unter anderem die Strafzinsen für Geldhäuser erneut verschärft, wenn diese über Nacht Geld bei ihr parken. Der sogenannte Einlagensatz wurde auf minus 0,4 Prozent von zuvor minus 0,3 Prozent gesenkt. In der deutschen Bankenbranche stehen die Strafzinsen der Notenbank schon seit längerem in der Kritik.

Kritik an Negativzinsen

Jede Politik stoße an Grenzen, schrieb Constancio am Freitag in einem Beitrag, der auf der Webseite der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlicht wurde. "Im Fall der von uns gerade genutzten Instrumente trifft dies besonders auf unsere negativen Einlagenzinsen zu." Das liege nicht nur an den Auswirkungen auf die Banken.

Die Euro-Währungshüter hatten am Donnerstag unter anderem die Strafzinsen für Geldhäuser erneut verschärft, wenn diese über Nacht Geld bei ihr parken. Der sogenannte Einlagensatz wurde auf minus 0,4 Prozent von zuvor minus 0,3 Prozent gesenkt. In der deutschen Bankenbranche stehen die Strafzinsen der Notenbank schon seit längerem in der Kritik.

(APA, 11.3.2016)

  • Die massive Geldflut der EZB treibt die Anleger in den Goldmarkt, wenngleich der sogenannte 'Big Phil' –  ein Philharmoniker mit 100.000 Euro Nennwert – nicht zum Verkauf steht.
    foto: dpa/christian charisius

    Die massive Geldflut der EZB treibt die Anleger in den Goldmarkt, wenngleich der sogenannte 'Big Phil' – ein Philharmoniker mit 100.000 Euro Nennwert – nicht zum Verkauf steht.

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