Nordkorea kündigt neue Atomwaffentests an

11. März 2016, 12:13
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Machthaber Kim zufolge sollen kleinere Atomsprengköpfe getestet werden – Ban fordert Ende von "destabilisierenden Aktionen"

Seoul/Pjöngjang – Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat neue Atomwaffentests angekündigt. Dabei sollten die kleineren Atomsprengköpfe getestet werden, deren standardisierte Herstellung Kim am Mittwoch verkündet hatte, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Nationale Verteidigungskommission in Pjöngjang bekannt gegeben, dass nordkoreanischen Experten die Entwicklung kleinerer Atomsprengköpfe gelungen sei.

Aufregung im Jänner

Nordkorea hatte am 6. Jänner seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekannt gegeben. Beides verstieß gegen UN-Resolutionen. Der UN-Sicherheitsrat verhängte daraufhin die bisher schärfsten Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land.

Am Mittwoch hatte Kim auch erneut mit einem präventiven Atomschlag gedroht. In Südkorea findet derzeit ein mehrwöchiges gemeinsames Manöver mit den USA statt. Am Donnerstag feuerte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen ab, die im Meer landeten.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte Nordkorea am Donnerstag (Ortszeit) auf, seine "destabilisierenden Aktionen" wie den Abschuss der zwei Kurzstreckenraketen zu unterlassen. Der Generalsekretär sei "weiterhin zutiefst besorgt" über die Lage auf der koreanischen Halbinsel, erklärte sein Sprecher in New York.

Russland und China fordern Verhandlungen

Auch China und Russland übten Kritik an den jüngsten Aktionen Nordkoreas. Keines der beiden Länder akzeptiere die Atomwaffen-Ambitionen Nordkoreas, erklärten die Außenminister Sergej Lawrow und Wang Yi am Freitag nach Gesprächen in Moskau. Nordkorea solle zu den internationalen Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückkehren und sich an die UN-Resolution halten, die Tests ballistischer Raketen verbiete. Die entschlossene Reaktion der Staatengemeinschaft auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas sollte von der Regierung in Pjöngjang als Signal verstanden werden, dass sie derartige Eskapaden künftig unterlasse, sagte Lawrow. Niemand werde Nordkorea zur Seite stehen, wenn es weitere Provokationen gebe.

Zugleich bekräftigte Chinas Außenminister, dass sein Land die Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems in Südkorea ablehne, das dort unter dem Vorwand einer Bedrohung durch Nordkorea aufgestellt werden solle. Ein solches Waffensystem würde die Machtbalance in der Region ernsthaft untergraben, warnte Wang. China hatte bereits früher erklärt, dass das Radar des von den USA und Südkorea geplanten Systems weit in chinesisches Hoheitsgebiet reichen würde und daher inakzeptabel sei. (APA, Reuters 11.3.2016)

  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un kündigte nach diversen Provokation in diesem Jahr weitere Atomwaffentests an.
    foto: reuters/kcna

    Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un kündigte nach diversen Provokation in diesem Jahr weitere Atomwaffentests an.

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