Ex-Rabobank-Händler im US-Libor-Prozess zu Haft verurteilt

11. März 2016, 06:57
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Bereichsleiter bekam zwei Jahre, Händler ein Jahr

New York – Im Prozess um manipulierte Zinsen hat ein US-Richter zwei ehemalige Mitarbeiter der niederländischen Rabobank zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ein früherer Bereichsleiter müsse für zwei Jahre in Haft, ein Ex-Händler für ein Jahr, erklärte US-Bezirksrichter Jed Rakoff in New York.

"Die Vorwürfe sind zu ernst. Sie können nicht dabei mitmachen, einen der weltweit wichtigsten Märkte zu manipulieren, und dann nicht den Preis dafür bezahlen." Die beiden Angeklagten haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Gegen die Richter-Entscheidung ist Berufung möglich, so lange bleiben sie auf freiem Fuß.

Hohe Boni

Das Bundesgericht in Manhattan hatte es bereits im November in seinem Urteilsspruch als erwiesen angesehen, dass die beiden Männer an wichtigen Referenzzinsen wie dem Libor schraubten, um Gewinne und hohe Boni einzustreichen. Die Rabobank selbst hatte bereits vor Jahren im Zusammenhang mit dem Skandal einer Strafe von einer Milliarde Dollar zugestimmt. Auch andere Großbanken rund um den Globus hatten in der Affäre Milliarden gezahlt. An Zinssätzen wie dem Libor und dem Euribor hängen Geschäfte in einem Volumen von hunderten Billionen Dollar pro Tag. Schon durch sehr kleine Bewegungen lssen sich hohe Gewinne erzielen. (APA, 11.3.2016)

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