Afghanistan: Offenbar fast 200 Tote bei Taliban-Gefechten

10. März 2016, 14:38
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Berichte von getöteten Zivilisten und geplünderten Häusern – Taliban in Helmand zurückgedrängt

Kabul – Bei Gefechten zwischen zwei Talibanfraktionen in der westafghanischen Provinz Herat sind nach Angaben der Provinzregierung angeblich fast 200 Kämpfer getötet worden. Der Sprecher des Gouverneurspalasts, Jailani Farhad, sagte am Donnerstag, die Kämpfe hätten am Montag in der Gegend von Zirkoh im Shindand-Bezirk begonnen. Es gebe Berichte von getöteten Zivilisten und geplünderten Häusern.

Die Opferzahlen konnten zunächst nicht verifiziert werden. Die eine Kämpfer-Gruppe gehöre zu Kommandant Samad, einem Anhänger des offiziellen Talibananführers Mullah Akhtar Mansour. Die andere werde angeführt von Mullah Nangiali, der zur prominentesten Splittergruppe der Taliban unter Mullah Mohammad Rassul gehört. Nach Expertenmeinung hat Rassul nur einige hundert Kämpfer unter sich.

Sicherheitskräfte schlagen Taliban in Helmand zurück

Afghanische Sicherheitskräfte haben zugleich in der umkämpften Südprovinz Helmand einen Angriff der Taliban auf das Zentrum des Bezirks Gereshk zurückgeschlagen. Der letzte der sechs Angreifer sei nach einer Kampfpause über Nacht am Vormittag getötet worden, sagte der Polizeikommandant der Region, Esmatullah Daulatsai, am Donnerstag. Nach Angaben des Polizeichefs des Stadtzentrums, Ismail Khan, wurden zwei Polizisten getötet und acht verwundet. Zivile Opfer gab es demnach nicht.

Vor anstehenden – bisher abgelehnten – Friedensgesprächen hatten sich die Taliban darum bemüht, die innere Einheit wiederherzustellen. Sie sind besorgt, dass Verhandlungen mit nur einer Gruppe die Bewegung weiter zersplittern könnten. Seit der Machtübernahme Mullah Akhtar Mansours im Sommer gibt es Machtkämpfe. (APA, 10.3.2016)

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