Iran verteidigt umstrittene Raketentests

10. März 2016, 12:04
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"Keinerlei Gefahr für andere Länder" – IKG fordert Absage von Rohani-Besuch

Teheran/Wien – Der Iran hat Tests seiner ballistischen Raketen verteidigt. "Das iranische Raketenprogramm ist Teil der Verteidigung der inneren Sicherheit und stellt keinerlei Gefahr für andere Länder dar", sagte Außenamtssprecher Jaber Ansari am Donnerstag laut einer Pressemitteilung. Auch Präsident Hassan Rohani verteidigte das Raketenprogramm und betonte, dass es nicht darauf ausgerichtet sei, Atomwaffen zu tragen.

Am Dienstag und Mittwoch wurden im Iran mehrere Raketen getestet. Das verstößt nach Ansicht der USA und Frankreichs möglicherweise gegen eine UN-Resolution. Die USA befürchten, dass die Geschosse mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnten und kündigten an, den Vorgang im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf die Tagesordnung zu setzen.

"Israel muss ausradiert werden" auf Raketen

Die Tests hatten auch für Empörung gesorgt, weil auf zwei der abgefeuerten Mittelstreckenraketen in Hebräisch und Farsi stand: "Israel muss ausradiert werden". Der ehemalige Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte mit Aussagen wie diesen bereits 2005 weltweit Kritik ausgelöst. Bei seinem Amtsantritt distanzierte sich sein Nachfolger Rohani von der "Hetzrhetorik" seines Vorgängers, die dem Land außer Isolierung nichts gebracht habe.

Ein hochrangiger Kommandant der iranischen Revolutionsgarden betonte unterdessen, der Iran wolle unter allen Umständen an seinem Raketenprogramm festhalten. "Wir sind immer bereit, das Land gegen jeden Angreifer zu verteidigen", sagte Brigadegeneral Amir Ali Hajizadeh am Mittwochabend im staatlichen Fernsehen. "Der Iran wird nicht zu einem Jemen, Irak oder Syrien werden."

IKG fordert Konsequenzen

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, forderte am Donnerstag Bundespräsident Heinz Fischer auf, die Einladung Rohanis nach Österreich zurückzunehmen. In einer Aussendung verwies er auf die an den iranischen Testraketen angebrachten schriftlichen Drohungen gegen Israel. "Für die Österreichische Republik ist das kein Grund, den iranischen Staatspräsidenten Rohani nicht zu empfangen", kritisierte Deutsch.

Eine bleibende Konsequenz aus der Shoah für das jüdische Volk sei es, Drohungen immer ernst zu nehmen. "Wenn all die Reden bei Gedenkjahrestagen wie dem Novemberpogrom keine leeren Worte sein sollen, muss diese Einladung zurückgenommen werden", sagte der IKG-Präsident. (APA, 10.3.2016)

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