Studie: Schengen-Kosten viel geringer als Belastungen durch Flucht

10. März 2016, 10:49
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Das Institut Ifo hat errechnet, dass die Kosten der Grenzkontrollen für Deutschland viel geringer sind als befürchtet

Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat seine Studie über die ökonomischen Auswirkungen der Grenzschließungen wegen der Migrationsströme abgeschlossen. Das Ergebnis: Die Kosten der Grenzkontrollen seien weit geringer als die Belastungen durch "ungeregelte Massenzuwanderung", heißt es in der Untersuchung.

Für Deutschland würden systematische Kontrollen auf der Balkan- und Italien-Route Einbußen im Handel von 1,36 bis 3,36 Milliarden Euro bedeuten. Demgegenüber werden die negativen Auswirkungen der Zuwanderung auf die Exporte mit 9,6 Milliarden Euro angegeben. Warum Migranten die Exporte drücken, wird nicht näher erläutert.

"Übertriebene Annahmen"

Davor hatten andere Studien ergeben, dass die Aussetzung von Schengen viel größere Folgen hätte. Ifo-Studienautor Gabriel Felbermayr erklärt dazu, dass dort Kontrollen "im gesamten Schengen-Raum und übertrieben hohe Zusatzkosten für die Transportunternehmen angenommen wurden".

Noch eine Berechnung hat Felbermayr angestellt: Bei Personenkontrollen nur an der deutschen Grenze zu Österreich läge das reale Bruttoinlandsprodukt jährlich zwischen 770 Millionen und 1,9 Milliarden Euro niedriger – neun bis 23 Euro pro Kopf. Personenkontrollen wirkten in etwa wie ein Zoll von 0,5 Prozent, schreibt das Ifo. Erfahrungen an den Grenzen der USA zu Kanada und Mexiko zeigen, dass dort Lastwagen im Durchschnitt 20 Minuten warten müssen. (as, 10.3.2016)

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