Nach Rücktritt: Tausende bei Demo für schwarzen Pfarrer in Bayern

Ansichtssache10. März 2016, 11:08
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Olivier Ndjimbi-Tshiende gab nach Morddrohungen sein Amt ab – Bürgermeister von Zorneding: "Wir schämen uns"

Rund 3.000 Menschen sind am Mittwochabend in der bayerischen Ortschaft Zorneding auf die Straßen gegangen, um ihre Solidarität mit Olivier Ndjimbi-Tshiende zu bekunden. Der 66-jährige Schwarze war am Sonntag nach rassistisch motivierten Morddrohungen vom Amt des Pfarrers in der 9.000-Einwohner-Gemeinde zurückgetreten – DER STANDARD berichtete. Einen Tag später zog er aus dem Pfarrhaus aus.

"Olivier, wir stehen hinter dir" und "Mein Zorneding ist bunt", stand auf Plakaten geschrieben, die Demonstranten am Mittwochabend in die Luft hielten. "Wir schämen uns", sagte Bürgermeister Piet Mayr. Es sei wichtig, Flagge gegen Rassismus zu zeigen.

Keine Rückkehr nach Zorneding

Die Onlinepetition "Unser Pfarrer soll in Zorneding bleiben!" wurde von mehr als 70.000 Menschen unterzeichnet (Stand Donnerstag, 10 Uhr). Das Erzbistum München-Freising erklärte allerdings, Ndjimbi-Tshiende werde nicht mehr zurückkehren und befinde sich an einem geheimen Ort, um sich auf eine neue Aufgabe als Priester vorzubereiten.

Ndjimbi-Tshiende selbst ließ über das Erzbistum mitteilen, dass er ohne Zorn und Verbitterung auf seine Jahre in Zorneding zurückblicke. (red, 10.3.2016)

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