Postler bekommen 832 Euro Prämie für 2015

10. März 2016, 11:30
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Abendzustellung, Einfwurfbox und Online-Registrierung kommen – Keine Tariferhöhung bei Briefen- Neues "Flaggschiff" am Wiener Fleischmarkt

Wien – Die Beschäftigten der Österreichischen Post bekommen für das Geschäftsjahr 2015 eine Prämie von 832 Euro pro Person. Dies entspricht der Auszahlung des Jahres 2014 und orientiert sich an der vorgeschlagenen Dividende von 1,95 Euro je Aktie. Für Führungskräfte gibt es ein eigenes Boni-Programm, Post-Chef Georg Pölzl erhält für 2015 insgesamt 1,29 Mio. Euro.

"Unser sehr starker Cashflow hat uns zu dieser Dividende veranlasst. Und wir geben den Unternehmenserfolg auch an unsere Mitarbeiter durch eine Prämie weiter, die an die Dividende angepasst ist", so Pölzl am Donnerstag bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz. Von der stabilen Dividende in einer Gesamthöhe von 132 Mio. Euro profitiert auch der Staat als Hälfteeigentümer der börsenotierten Post.

Lebensmittelzustellung

Für die Postkunden kündigte Pölzl neue Services an. Im Laufes des Jahres kommen die Abendzustellung und eine Haustürlösung sowie die Online-Identifizierung. Mit der Zustellung zwischen 17 und 21 Uhr werde ein "signifikanter Schritt" in Richtung Lebensmittelzustellung gesetzt, so Pölzl. Ein Pilotversuch läuft bereits in Linz, wann es österreichweit los geht, ist laut Pölzl noch offen.

Die Haustürlösung soll spätestens zum Weihnachtsgeschäft großflächig ausgerollt werden. Und so funktioniert sie: Der Empfänger stellt eine Box vor die Haustür, die eine Schlaufe hat, die unter der Tür durchgezogen wird und das wegtragen durch Unbefugte verhindern soll. Der Postler legt dann in die versperrbare Box die Ware hinein.

Die Online-Identifizierung läuft über Videotelefonie im Live-Chat. Eine App dazu soll in zwei bis vier Wochen kommen. Die Registrierung in der Postfiliale ist weiterhin möglich.

Briefe im Kloster

In die weniger gewordenen Filialen wurde und wird mehr investiert, betonte Pölzl mit Verweis auf die kürzlich erfolgte Neueröffnung der Filiale am Wiener Fleischmarkt. Dieses "Flaggschiff" (O-Ton Pölzl) ist gleichzeitig auch die erste Postfiliale, die in Österreich gebaut wurde. Sie wurde 1875 eröffnet, zuvor war sie ein Kloster.

Beim Online-Geschäft sieht Pölzl erheblichen Handlungsbedarf in der Handelsbranche. "60 Prozent des Privatkundengeschäftes kommt hier aus dem Ausland", so Pölzl mit Verweis auf Amazon, Zalando und Co. Dem will er mit der Onlineplattform "shöpping.at" begegnen. Amazon ist im Onlinegeschäft der wichtigste Kunde der Post AG.

Zum Ausblick meinte Pölzl: Es wird nicht einfacher, aber es bleibt stabil. Eine Tariferhöhung im Briefgeschäft schloss Pölzl für heuer aus. (APA, 10.3.2016)

  • Die Post bringt ihren Aktionären eine Dividende von knapp zwei Euro pro Aktie.
    foto: apa / techt

    Die Post bringt ihren Aktionären eine Dividende von knapp zwei Euro pro Aktie.

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