Brasiliens Ex-Präsident Lula soll angeklagt werden

10. März 2016, 07:23
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Staatsanwaltschaft stellte Gesuch an Justiz – Großdemo für Absetzung von Präsidentin Rousseff am Sonntag

Sao Paulo – Die Staatsanwaltschaft von São Paulo will den früheren Präsidenten Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, unter anderem wegen Geldwäsche anklagen. Am Mittwochabend ging das Gesuch der Ermittler an die Justiz. Es geht um ein dreistöckiges Apartment in Guarujá an der Atlantikküste – die Ermittler vermuten, dass Lula die Immobilie als Gegenleistung für Hilfe bei Auftragsvergaben erhalten hat.

Der frühere Staatschef (2003–2011) bestreitet die Vorwürfe. Am Freitag war sein Haus in São Bernardo do Campo durchsucht worden, Lula wurde zum Verhör mitgenommen. Seit 2014 ermittelt die Justiz in einem riesigen Korruptionsskandal um Schmiergeldzahlungen bei Auftragsvergaben des größten Unternehmens des Landes, des Ölkonzerns Petrobras.

Großdemo für Absetzung Rousseffs geplant

Gegen Lula laufen gleich mehrere Ermittlungen, die auch seine Nachfolgerin Dilma Rousseff unter Druck bringen. Sie gehört ebenfalls der seit 2003 regierenden Arbeiterpartei an. Für Sonntag sind Großdemonstrationen für ihre Absetzung angekündigt. Gerüchte, dass sie Lula zum Minister machen könnte, um ihn besser vor einem Prozess zu schützen, ließ der 70-Jährige dementieren. (APA, red, 10.3.2016)

  • EX-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva droht eine Anklage wegen Geldwäsche.
    foto: reuters/adriano machado

    EX-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva droht eine Anklage wegen Geldwäsche.

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