Nordkorea kündigt Kooperationsabkommen mit Südkorea auf

10. März 2016, 13:04
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Pjöngjang will südkoreanische Eigentum liquidieren – Zuvor erneut zwei Kurzstreckenraketen über das Meer gefeuert

Seoul/Pjöngjang – Nach der Verhängung neuer Sanktionen gegen Nordkorea durch Südkorea will das kommunistische Regime in Pjöngjang das gesamte südkoreanische Eigentum im Land liquidieren. Alle bilateralen Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit würden als ungültig betrachtet, hieß es am Donnerstag laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap in einer Erklärung des Regimes in Nordkorea. Alles, was südkoreanischen Unternehmen in Nordkorea gehöre, solle verkauft werden.

Die Abwicklung der südkoreanischen Vermögen betrifft vor allem die gemeinsame Sonderwirtschaftszone Kaesong. Aus Protest gegen einen Raketenstart und einen Atomwaffentest Nordkoreas hatte sich der Süden bereits im vergangenen Monat aus dem Industriepark zurückgezogen. Die Wirtschaftszone wurde Ende der 90er Jahre als Zeichen der Entspannung zwischen den beiden verfeindeten Staaten geschaffen. In Kaesong haben 124 südkoreanische Unternehmen Fertigungsstätten.

Betroffen ist auch ein Touristengebiet im nordkoreanischen Kumgang-Gebirge, das erste gemeinsame Projekt beider koreanischen Staaten. Zwischen 1998 und 2008 besuchten Tausende Touristen aus dem Süden das Gebiet. Nach der Erschießung eines Südkoreaners in einem Sperrgebiet durch einen nordkoreanischen Soldaten 2008 beendete der Süden allerdings die Touren.

Schwarze Liste

Südkorea hatte am Dienstag unter anderem 38 Nordkoreaner sowie 24 Organisationen, die mit dem Atomprogramm des Landes in Verbindung gebracht werden, auf eine Schwarze Liste gesetzt. Ihnen ist damit der Weg für Geldgeschäfte über südkoreanische Banken versperrt.

Die Spannungen in der Region nehmen seit dem Atomtest Nordkoreas stetig zu. Dessen Militär feuerte nach Angaben Südkoreas am Donnerstag zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer ab. Die Raketentests wurden auch als Antwort auf laufende Militärmanöver der Streitkräfte der USA mit Südkorea gewertet. (APA, 10.3.2016)

  • Ein südkoreanischer Wachmann nahe Kaesong. Bereits im Februar hatte Südkorea den jahrelang mit dem Nachbarn betriebenen Industriepark auf nordkoreanischem Boden geschlossen.
    foto: reuters/kom hong-ji

    Ein südkoreanischer Wachmann nahe Kaesong. Bereits im Februar hatte Südkorea den jahrelang mit dem Nachbarn betriebenen Industriepark auf nordkoreanischem Boden geschlossen.

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