Kolumbiens Präsident stellt Zeitplan für Farc-Friedensvertrag infrage

9. März 2016, 23:01
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Santos: Werde am 23. März kein "schlechtes Abkommen" unterzeichnen

Bogota – Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos will die Frist zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit der Farc-Guerilla notfalls verlängern. Sollte bis zum 23. März kein "gutes Abkommen" ausgehandelt worden sein, werde er der Gegenseite einen neuen Termin vorschlagen, sagte Santos am Mittwoch. Er werde kein "schlechtes Abkommen" akzeptieren, nur um den vereinbarten Stichtag einzuhalten.

Seine Regierung hoffe aber weiterhin, wie vorgesehen am 23. März eine Einigung zu erreichen, betonte Santos. Die Verhandlungen mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) seien auf der Zielgeraden. Die Farc-Rebellen kämpfen seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer. In dem blutigen Konflikt wurden mindestens 260.000 Menschen getötet.

Französischer UN-Diplomat soll Abkommen überwachen

Die Friedensgespräche zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung dauern seit November 2012 an. Im September verkündeten beide Seiten einen Durchbruch, es sind aber immer noch einige Punkte offen, unter anderem zur Entwaffnung der Guerillagruppe. Außerdem will Santos das Friedensabkommen durch ein Referendum absegnen lassen. Die Führung der Farc lehnt das bisher ab.

Einig sind sich beide Seiten über eine UN-Mission, die das Abkommen überwachen soll. Zu ihrem Leiter wurde am Mittwoch der erfahrene Diplomat Jean Arnault ernannt, der für die Vereinten Nationen bereits in Afghanistan, Burundi, Georgien und Guatemala im Einsatz war. (APA, 9.3.2016)

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