Österreich will Millionär Rachimow nicht an Russland ausliefern

9. März 2016, 18:34
6 Postings

Sohn des abgesetzten Ex-Präsidenten von Baschkortostan darf in Österreich bleiben, weil er politisch verfolgt werden könnte

Wien – Ural Rachimow, der Sohn des im Jahr 2010 abgesetzten Präsidenten der russischen Teilrepublik Baschkortostan, wird nicht an Russland ausgeliefert. Das berichtet die "Die Presse" am Mittwochnachmittag online.

"Am 17. Februar hat das Landesgericht für Strafsachen entschieden, Rachimow nicht auszuliefern", sagte Gerichtssprecherin Christina Salzborn der Zeitung. Die Negativentscheidung beruhe auf dem Befund, dass auch eine politische Motivation für das Auslieferungsbegehren im Raum steht . Laut Salzborn war schon die Staatsanwaltschaft zuvor zu dieser Einschätzung gekommen und habe daher einen Antrag auf Ablehnung an das Straflandesgericht gestellt. Das Gericht habe anschließend die von Rachimow vorgelegten Unterlagen geprüft und eine Einschätzung der Situation von der österreichischen Botschaft in Moskau eingeholt.

Rachimow steht in Russland im Verdacht der Geldwäsche und Untreue im Zusammenhang mit seinem einstigen Ölkonzern Baschneft. Vorgeworfen werden ihm unter anderem die einstige illegale Privatisierung von Ölaktiva in dem von seinem Vater geleiteten Baschkortostan. Rachimow lebt seit sechs Jahren in Österreich, nachdem er in Russland den Konzern veräußert hat. (APA, 9.3.2016)

Share if you care.