Google veröffentlicht erste Testversion von Android N

9. März 2016, 17:09
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Split-Screen-Modus für Tablets und verbesserter Doze Mode – Preview für Nexus-Geräte zum Download

Eigentlich war die Veröffentlichung einer Testversion der nächsten Android-Generation erst für Googles Mitte Mai geplante Entwicklerkonferenz I/O erwartet worden. Nun geht es aber ganz schnell: Google hat die erste Developer Preview von Android N veröffentlicht.

Split Screen

Das auffälligste neue Feature ist dabei ein Split-Screen-Modus. Dass ein solcher in Arbeit ist, hatte Google bereits rund um die Veröffentlichung des Pixel C angekündigt. Die geteilte Ansicht wird allerdings nicht automatisch für alle Apps funktionieren, viel mehr müssen die Entwickler dem App-Manifest einen Eintrag hinzufügen, um Kompatibilität zu signalisieren. Eine Neuerung, die andere Hersteller bereits bei ihren Android-Varianten bieten, und deren Fehlen vor allem beim Tablet Pixel C vielfach kritisiert wurde. Die Split-Screen-Ansicht soll übrigens auch auf Smartphones funktionieren. Parallel dazu gibt es auch einen neuen "Bild-in-Bild"-Modus für AndroidTV-Geräte.

grafik: google
Eines der Highlights von Android N: Ein Split Screen Modus.

Notifications

Mit Android N wird aber auch der Benachrichtigungsbereich des Betriebssystem überarbeitet. Die Umsetzung entspricht dabei weitgehend dem, was schon vor kurzem durchgesickert war. So sind die wichtigsten Schnelleinstellungen nun immer sichtbar, auch grafisch wurde das Ganze etwas umgearbeitet. Zudem ist es nun möglich direkt aus dem Benachrichtigungsbereich auf neue Mitteilungen zu antworten, und Notifications der gleichen App können künftig gebündelt werden – ähnlich wie es beim Smartwatch-System Android Wear bereits der Fall ist.

Doze und Svelte

Der Stromverbrauch des Betriebssystems soll mit Android N ein weiteres Mal reduziert werden. So soll der mit Marshmallow eingeführte Doze Mode nun auch dann nach einer gewissen Inaktivitätsphase aktiviert werden, wenn sich das Gerät in der Hosentasche befindet – und nicht nur wie bisher, wenn es ruhig herumliegt. Darüberhinaus wurden im Rahmen des Project Svelte weitere Bestrebungen zur Reduktion des RAM-Verbrauchs umgesetzt, damit Android besser mit Low-End-Geräten läuft.

grafik: google
So sehen die neuen Notifications in Android N aus.

Java 8

Für Entwickler erfüllt Android N einen lange gehegten Wunsch: Durch den Wechsel auf OpenJDK wird die neue Android-Generation erstmals Java 8 unterstützen. Parallel dazu gibt es einen neuen Compiler namens Jack, der sicherstellen soll, dass der Java-8-Code selbst auf alten Geräten mit Android 2.3 "Gingerbread" noch läuft. Damit können App-Entwickler künftig also all die Java-8-Features nutzen, ohne sich um entstehende Inkompatibilitäten Sorgen zu machen.

Ausblick

Die Developer Preview steht als Factory Image für Nexus 6P, Nexus 5X, Pixel C, Nexus 9 und Nexus Player zum Download. Alternativ gibt es nun aber auch ein eigenes Beta-Programm, über das die Nutzer der betreffenden Gerät auf die Preview-Versionen umsteigen könne, ohne ihre Daten zu verlieren. In Folge bekommen sie dann Updates auf neue Preview-Versionen, zu Ende des Programms werden sie auf die folgende stabile Release umgestellt. Eine Rückkehr von einer Preview-Version auf eine ältere stabile Version ist hingegen mit einem zwingenden Factory Reset verbunden, insofern sei der Beta-Test wohl überlegt.

N steht für... N!!!

Wofür der Buchstabe "N" steht, wird trotz der Preview-Release noch einige Zeit ein Geheimnis bleiben, diese Entscheidung gibt Google üblicherweise erst kurz vor der Veröffentlichung der fertigen Version einer neuen Android-Generation bekannt. Diese soll laut Android-Chef Hiroshi Lockheimer im Sommer veröffentlicht werden. Bis dorthin wird es monatliche Updates der Preview-Version geben.

Warnung

Google betont, dass die Previews nur für Entwickler und nicht die breite Masse an Nutzern gedacht sind, da in einem solch frühen Entwicklungszustand natürlich Fehler zu erwarten sind. In den Release Notes weist man etwa auf bekannte Performance-Probleme und einige Bugs in dieser Testversion hin.

Warum so früh?

Dass man solch einen frühen Veröffentlichungszeitpunkt ausgewählt hat, erklärt Google damit, dass man den Testzeitraum ausweiten will. Freilich nährt dies auch Spekulationen darüber, was Google bei der I/O zeigen wird, immerhin war die Präsentation einer neuen Android-Generation hier zuletzt ein fixer Bestandteil. Vor einigen Monaten war etwa zu hören, dass es dort eine erste Vorschau auf eine Mischung von Android und Chrome OS zu sehen geben wird, die schlussendlich dann 2017 kommen soll. Unter dieser Perspektive würde es Sinn ergeben, dass man beide Testversionen nicht gleichzeitig präsentiert. (Andreas Proschofsky, 9.3.2016)

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