Mit Slav-Pleite auch Tochterunternehmen in Konkurs

9. März 2016, 17:00
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Keine Dienstnehmer beschäftigt – Verbindung mit Active Solar

Wien/Kiew – Von der gestern gemeldeten Pleite der in Wien ansässigen ukrainischen Handelsfirma Slav AG sind auch zwei Tochterunternehmen betroffen. Die Slav Beteiligung GmbH und die Slav Aero GmbH haben Konkurs angemeldet, teilte der Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) am Mittwoch mit.

Beide Firmen sind Teil der Slav Unternehmensgruppe, die im Bereich der Produktion von Nichteisenmetallen, Maschinenbau, internationalem Handel sowie Investment tätig sei.

Die Holdinggesellschaft Slav Beteiligung und die Slav Aero haben laut Gläubigerschutzverband AKV keine Mitarbeiter. Die Slav Aero, die zwei Flugzeuge geleast und an die Eigentümer der Konzernmutter gegen Entgelt überlassen habe, weist 9,8 Mio. Euro Passiva und sechs betroffene Gläubiger auf, die Slav Beteiligung hat 7,9 Mio. Euro Passiva und vier Gläubiger.

Als Insolvenzursachen der Gruppe werden vom Gläubigerschutzverband AKV Europa unter Bezug auf Angaben der Antragstellerin die seit 2013 beginnende wirtschaftliche und politische Krise in der Ukraine genannt. Zudem war zur Sicherung der Liquidität der Antragstellerin für 2016 eine Ausschüttung der "Capital Division" insbesondere durch die Tisha Investment Ldt, an welcher die Antragstellerin über die Tochtergesellschaft Slav Beteiligung GmbH beteiligt ist, eingeplant.

Die Tisha Investment Ldt. ist wiederum Inhaberin von Teilschuldverschreibungen, begeben von der Active Solar GmbH. Über das Vermögen dieser Gesellschaft wurde bereits im Februar 2016 das Insolvenzverfahren eröffnet, wodurch es zu keiner Ausschüttung mehr kommen wird und die von der Antragstellerin erstellte Liquiditätsplanung nicht mehr aufrechterhalten werden kann, so der AKV.

Gegründet wurde die Slav AG im Jahr 1994 vom ukrainischen Brüderpaar Andrij und Serhij Kljujew (Klyuyev), die beste Beziehungen zum damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch hatten. Die beiden Brüder haben sich zwar aus dem operativen Geschäftsbetrieb zurückgezogen, fungierten aber noch als Gesellschafter der Schuldnerin, berichtete der KSV 1870.

Eine Unternehmensfortführung wird laut Eigenantrag für alle drei Slav-Unternehmen nicht angestrebt. Nachfolgeinsolvenzen soll es laut AKV nicht geben. (APA, 9.3.2016)

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