GPD Win: Handheld-Konsole verspricht PC-Games für unterwegs

11. März 2016, 11:54
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5,5-Zoll-Gerät mit Einsteigerhardware – hohes Interesse an Crowdfundingkampagne

Mit einer Handheld-Konsole, die sich bei Bedarf wie ein Windows-Laptop einsetzen lässt, verlockt gerade das Hongkonger Unternehmen GPD zahlreiche Unternehmen auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Das Gerät, genannt GPD Win, soll in die Hosentasche passen und unterwegs den Genuss von Windows-PC-Games ermöglichen.

Angestrebt hatte GPD bei seiner Schwarmfinanzierung einen Betrag von 100.000 Dollar. Doch das Interesse ist groß, mittlerweile hat sich der Betrag mehr als verdoppelt. Von 2.000 Geräten, die Frühentschlossene für 299 Dollar (aktuell rund 273 Euro) erhalten sollen, sind etwa 700 bereits reserviert. Der reguläre Handelspreis soll später bei 499 Dollar liegen.

Atom x5, 720p-Display

Freilich: Für Hardcore-Gamer ist die kompakte Windows 10-Maschine nicht gedacht. Im Inneren des 15,5 x 9,7 x 2,2 cm großen Gehäuses steckt der Atom X5-8500-Prozessor mit vier Kernen, der mittlere der neuen Generation an Einsteigerchips von Intel. Er taktet mit 1,44 GHz und kann zwischendurch auch auf bis zu 2,24 GHz hochschalten. Dazu gesellen sich vier GB LPDDR3-RAM und 64 GB Onboardspeicher auf eMMC 4.51-Basis. Dieser lässt sich per microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

Als Display kommt ein laminiertes IPS-Touchpanel mit 5,5 Zoll Diagonale und 1.280 x 720 Pixel Auflösung hinzu. Zum Steuern gibt es ein kleines Keyboard, zwei Analogsticks, Steuerkreuz, vier reguläre Buttons sowie vier Schulterknöpfe. Mit einem Schieberegler kann in den Mausmodus umgeschalten werden. Dann verlieren alle Gamepad-spezifischen Steuerelemente ihre Funktion – mit Ausnahme des rechten Analogsticks, mit welchem der Mauszeiger gesteuert wird.

Weil Sticks und Knöpfe besonderer Beanspruchung widerstehen müssen, verspricht GPD den Einsatz von hochwertigen Komponenten.

6.000-mAh-Akku

In puncto Anschlüssen wartet der Handheld mit einem microUSB-Ladeport, einem miniHDMI-Ausgang, einem normalen USB 3.0-Slot (Typ A) sowie einer 3,5mm Audioklinke auf. Ein Mikrofon ist integriert, eine Webcam gibt es nicht. Drahtlos kommuniziert die Minikonsole per WLAN (802.11n) und Bluetooth 4.0. Der 6.000 mAh-Akku ist laut den Angaben Schnellade-tauglich und soll sechs bis acht Stunden Spielzeit durchhalten.

Für Casual- und Retro-Gaming

Mit dieser Ausstattung bietet sich das GPD Win primär als Plattform für einfachere Spiele und Emulation für Retrogames an. Der Hersteller wirbt aber auch mit der Einsatzmöglichkeit als kleiner Laptop zu Arbeitszwecken. Hierbei dürfte er aber bestenfalls als temporäre Lösung geeignet sein, zumal weder ein 5,5-Zoll-Bildschirm, noch die kleinen Tasten für dauerhaften Umgang mit Office-Programmen einladend erscheinen.

Die Roadmap des Herstellers, der in der Vergangenheit unter anderem Android-Tablets mit Gamepad-Elementen gebaut hat, sieht vor, dass der Windows-Handheld im Oktober ausgeliefert wird. Im April will man dafür den Prototypen fertigstellen und evaluieren, um im August das Design zu finalisieren. Ein erster, kleiner Produktionslauf soll im August starten, ehe man die Massenfertigung ins Rollen bringt.

Einschätzung

Angesichts der Erfahrung des Unternehmens mit seinen bisherigen Produktionen erscheint die Ausfallswahrscheinlichkeit gering. Die technische Machbarkeit scheint gegeben. Allerdings ist die Entwicklung des Gerätes derzeit noch in einem frühen Stadium, zumal es weder einen Prototypen, noch echte Fotos, sondern bislang ausschließlich Renderings. Verzögerungen sind auf jeden Fall denkbar.

Wie bei allen Crowdfunding-Projekten auf Plattformen wie Indiegogo und Kickstarter gilt, dass Financiers als nachrangige Investoren gelten. Die Initiatoren sind also nicht verpflichtet, bei einem Scheitern ihres Vorhabens eine Erstattung zu leisten. Mehr erfahren Sie in unserem Wissensartikel zum Thema Schwarmfinanzierung. (gpi, 11.03.2016)

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