"James ist ein Arsch": Wie Valves großes "Dota 2"-Turnier im Chaos versank

10. März 2016, 10:30
93 Postings

Organisationsprobleme, streikende Technik, fehlende Ausstattung und ein enttäuschtes Publikum

Die Abschlussfotos wirken versöhnlich. Im Finale des vor einigen Tagen zu Ende gegangen "Dota 2"-Turniers "Shanghai Major" konnte sich Team Secret in einer spannenden Auseinandersetzung mit Team Liquid durchsetzen. Ein Eindruck, der allerdings täuscht.

Denn sowohl vor als auch hinter den Kulissen des Events in der chinesischen Metropole liefen einige Dinge gehörig schief. Golem hat "Valves Chaosturnier" dokumentiert.

Tag eins ging nur online zu Ende

Während Spieler und Streamer in den VIP-Räumen statt bequemer Möbelausstattung lediglich Plastiksessel, Spiegel und instabile Internetleitungen vorfanden, musste sich das Publikum in der Mercedes-Benz-Arena und weltweit vor den Computern mit Tonproblemen und abgerissenen Streams ärgern.

Die Caster mussten schließlich selbst Netzwerkkabel durch die Halle verlegen, da die Produktionsfirma keine Internetnanschlüsse an den Tischen installiert hatte. Eine russische Übertragungscrew stand zu Beginn sogar ohne Tisch da.

Die Häufung der Probleme hatte mehrere Verzögerungen zur Folge. Trotzdem musste das Publikum vor Ort um halb zehn Uhr abends seine Plätze räumen, obwohl das Turnier noch lief. Die restlichen Matches des Tages konnten nur noch online beobachtet werden.

Valve schmiss Moderator hinaus

Tag zwei brachte eine Fortsetzung der technischen Misere und einen Eklat um den Moderator James "2GD" Harding. Dieser machte sich mit vulgären Sprüchen offenbar bei Veranstalter Valve nicht gerade beliebt und wurde mitsamt der Produktionsfirma ersetzt.

Es folgte ein Schlagabtausch zwischen Firmenchef Gabe Newell ("James ist ein Arsch, und wir werden nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten") und Harding, der eine mehrseitige Zusammenfassung seiner Sicht der Dinge als Google-Doc präsentierte.

Verschwundenes Equipment

Der Wechsel zu einem anderen Technikteam brachte Verbesserungen und zumindest in der letzten Turnierphase ein ungetrübtes Erlebnis für Spieler, Teilnehmer und Streamer. Eine letzte Panne folgte allerdings nach Abschluss der Majors, denn die vom Marriott-Hotel gestellte Abbautruppe transportierte noch am selben Abend sämtliche Ausstattung ab –inklusive des Equipments der Produzenten und Spieler, die am folgenden Morgen eine unangenehme Überraschung erlebten, wie Daily Dot dokumentiert.

Etwa 40 bis 50 Gegenstände sollen deshalb verschwunden sein. Entstandene Schäden, erklärte die Hotelleitung in einem Entschuldigungsschreiben, wolle man begleichen.

Valve verspricht Besserung

Auch Valve gab eine Stellungnahme zum Lauf der Dinge ab. "Fans und Spieler haben hohe Erwartungen an ein Major-Event. Wir teilen diese, und es ist unsere Aufgabe, dass sie erfüllt und übertroffen werden", heißt es in einem Blogeintrag.

Dem sei man aber aufgrund der "enttäuschenden Erfahrung für die Zuschauer" und der schlechten Durchführung nicht gerecht geworden. Man wolle sich in Zukunft nun stärker selbst in die Organisation einbringen. (gpi, 10.3.2016)

  • Das Major-Turnier in Schanghai geriet für Valve zur Pleiten-, Pech- und Pannenshow.
    foto: dota 2

    Das Major-Turnier in Schanghai geriet für Valve zur Pleiten-, Pech- und Pannenshow.

  • Artikelbild
    bild: valve / shanghai major
  • Artikelbild
    bild: valve / shanghai major
Share if you care.