"Todes"-Apps fürs Management des Nachlebens boomen

9. März 2016, 13:17
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Anwendungen wie "Everest" oder "Cake" geben Kontrolle über Accounts an Erben weiter

Was passiert mit den unzähligen Social Media-Accounts und virtuellen Besitztümern, wenn jemand plötzlich stirbt? Der digitale Nachlass ist nicht zu unterschätzen: Schon 2011 sollen Nutzer im Schnitt 90 Online-Accounts betrieben haben, den Wert der digital erworbenen Güter schätzen sie auf 55.000 Dollar. Nun will eine Reihe von Apps diese Frage beantworten. Sie tragen namen wie Everest, Cake oder Safe Beyond und funktionieren im Grunde sehr ähnlich: Alle persönlichen Accounts werden mit einem Master-Passwort gesammelt, das dann "vererbt" werden kann.

Reihe von Sonderfunktionen

Darüber hinaus bieten die Apps eine Reihe von Sonderfunktionen an. Nutzer können beispielsweise einstellen, wie die Accounts nach ihrem Ableben erscheinen sollen. Gibt es eine Auswahl an Fotos und Beiträgen, gibt es eine Kondolenzseite? Wer darf editieren? Das kann alles via Everest geregelt werden, das in den USA mehr als 25 Millionen Nutzer hat.

Die Zahlen sind freilich trügerisch, da die App oftmals schon in Lebensversicherungen inbegriffen ist. "Es ist einfach nur ein weiterer Service", sagt Everest-CEO Mark Duffey über seine App zum Guardian. "Anstatt Dinge zu verkomplizieren, erleichtert der Dienst unser Leben." (red, 9.3.2016)

  • Begräbnisse und digitale Erbstücke können mit neuen Apps geregelt werden
    foto: reuters/ebenbichler

    Begräbnisse und digitale Erbstücke können mit neuen Apps geregelt werden

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