Prominenter Protest gegen Veranstaltungsabsage

9. März 2016, 13:00
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Wien: "In Großmutters Worten" im Parlament wurde wegen Kritik an Einladung pro-palästinensischer Aktivistin abgesagt

Wien – Prominente Persönlichkeiten aus aller Welt protestieren gegen die Absage einer Veranstaltung im österreichischen Parlament zum Weltfrauentag. In einem am Mittwoch veröffentlichten Offenen Brief zeigten sich die UnterzeichnerInnen besorgt darüber, dass die Kritik wegen der geplanten Teilnahme der pro-palästinensische US-Aktivistin Hedy Epstein das Projekt verhindert hatten.

Das Schreiben wurde von zahlreichen Prominenten und Privatpersonen unterschrieben, darunter vom US-Linguisten und Sozialaktivisten Noam Chomsky, Ex-SPÖ-Außenminister Erwin Lanc, der nordirischen Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire, der US-Schriftstellerin Alice Walker oder der österreichischen Linguistin Ruth Wodak.

Flucht vor der Shoa

Am Weltfrauentag (8. März) hätten sieben Frauen im Rahmen des Projekts "In Großmutters Worten" im Hohen Haus über ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg berichten sollen. Darunter wäre auch die aus Deutschland stammende jüdische US-Amerikanerin Epstein gewesen, die als Kind vor der Shoa geflohen war. Sie sollte über ihre Erlebnisse beim Nürnberger Ärzteprozess 1946/47 berichten.

Da Epstein jedoch auch eine prononcierte pro-palästinensische Aktivistin ist, war ihre Teilnahme im Vorfeld vom Simon Wiesenthal Center in Jerusalem scharf attackiert worden. Laut dem Offenen Brief soll die 91-Jährige zudem auch in E-Mails bedroht worden sein. Angesichts der Kritik sagte das Parlament die Veranstaltung ab. (APA, 9.3.2016)

  • Prominente wie Noam Chomsky haben in einem Offenen Brief gegen die Absage der Veranstaltung "In Großmutters Worten" protestiert.
    foto: apa/epa/uli deck

    Prominente wie Noam Chomsky haben in einem Offenen Brief gegen die Absage der Veranstaltung "In Großmutters Worten" protestiert.

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