US-Vorwahlen: Sind Clinton und Trump noch einzuholen?

9. März 2016, 12:37
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Die Siege in aktuellen Vorwahlen bestätigen die Favoritenrolle. Noch ist aber nichts entschieden

Wer hat am Dienstag in welchem US-Bundesstaat gewonnen?

Die Republikaner haben in Hawaii, Idaho, Michigan und Mississippi entschieden, wer für sie bei den Präsidentenwahl antreten soll. Donald Trump gewann in drei Bundesstaaten: Hawaii, Michigan und Mississippi. Lediglich in Idaho haben die Republikaner mehrheitlich Ted Cruz gewählt.

Die Demokraten entschieden in Michigan und Mississippi über ihren Präsidentschaftskandidaten. Hillary Clinton gewann haushoch in Mississippi, einem südlichen Bundesstaat mit hohem Anteil von Afroamerikanern, die ihre Stimme tendenziell Clinton geben. Bernie Sanders konnte allerdings Michigan für sich entscheiden.

foto: ap photo/gerry broome
Das ist Ted Cruz – er will für die Republikaner bei der Präsidentenwahl antreten. Derzeit hat er nach Donald Trump die zweitmeisten Delegierten.

Warum geben viele Schwarze ihre Stimme Hillary Clinton?

Schon für Bill Clinton, der vor seiner Präsidentschaft Gouverneur in Arkansas war, waren die Stimmen der Afroamerikaner entscheidend, um in diesem südlichen Bundesstaat Mehrheiten zustande zu bringen. Aus diesem Grund war es für Bill und später auch Hillary Clinton als Senatorin für New York wichtig, Themen zu besetzen, die für schwarze Wählerinnen und Wähler relevant sind.

Bill Clinton hatte auch einige Erfolge aufzuweisen: Während seiner Präsidentschaft wuchs das mittlere Einkommen in schwarzen Haushalten um 25 Prozent – doppelt so schnell wie im allgemeinen Landesdurchschnitt. Die Arbeitslosigkeit unter Schwarzen sank um sechs Prozent – die allgemeine Arbeitslosigkeit lediglich um drei Prozent. "Es war das erste Mal in der US-amerikanischen Geschichte, dass sich der wirtschaftliche Boom in schwarzen Haushalten bemerkbar machte", schreibt Stephen Bush im "New Statesman".

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Hillary Clinton verlor gegen Sanders im Autostaat Michigan, gewann allerdings in Mississippi.

Ist Trump noch zu stoppen?

Theoretisch ist immer noch alles möglich. Trump kommt laut Berechnungen der "New York Times" auf 446 Delegierte. Auf dem zweiten Platz liegt Ted Cruz mit 347 Delegiertenstimmen. Die Ergebnisse der aktuellsten Vorwahlen sind dabei allerdings noch nicht eingerechnet. Weil aber Trump am Dienstag drei von vier Bundesstaaten gewonnen hat, sind keine großen Verschiebungen zu erwarten.

Ein wichtiges Datum in der Entscheidung um den Präsidentschaftskandidaten wird der 15. März sein. An diesem Tag wählen wichtige Staaten wie Florida und Illinois ihre Kandidaten. Insgesamt vergeben an diesem Tag sechs Bundesstaaten ihre Delegiertenstimmen.

Allein in Florida sind bei den Republikanern 99 Delegiertenstimmen zu holen – dort bekommt der Sieger auch alle Stimmen. In vielen anderen Bundesstaaten werden sie proportional nach erzieltem Ergebnis vergeben. Derzeit liegt Trump allerdings in Umfragen in Florida und North Carolina vorne – den beiden Bundesstaaten, die am 15. März die meisten Delegiertenstimmen vergeben.

Warum geben Marco Rubio und John Kasich nicht auf?

Rubio hofft noch auf einen Wahlsieg in Florida, seinem Heimatbundesstaat. Umfragen zufolge sind seine Chancen aber nicht besonders groß. Kasich ist Gouverneur von Ohio und hofft auf die dort zu vergebenden 66 Delegiertenstimmen. Umfragen sehen Trump aber auch in Ohio knapp vor Kasich.

foto: reuters/carlo allegri
Bernie Sanders gewann bei der Vorwahl in Michigan gegen Hillary Clinton.

Kann Sanders Clinton noch überholen?

Hillary Clinton hat die Kandidatur noch nicht fix in der Tasche. Auch hier wird der 15. März entscheidend: Die Demokraten vergeben in Florida 246 Delegiertenstimmen und in Illinois 182 – in nur zwei der insgesamt fünf an diesem Tag anstehenden demokratischen Vorwahlen. Umfragen prophezeien Clinton sowohl in Florida als auch in Illinois einen komfortablen Sieg. (mka, 9.3.2016)

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