Wien: Bildungsanwalt auf Warteposition

8. März 2016, 19:04
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Vorsatz aus rot-grünem Programm noch nicht umgesetzt – Gerüchte um Grünen-internen Machtkampf

Wien – Mehr als drei Monate ist es nun her, dass die rot-grüne Koalition in Wien in die Verlängerung gegangen ist. Im Regierungsprogramm einigte man sich auf den Posten eines Bildungsanwalts, der als Ansprechpartner für Kinder und Eltern dienen sollte. Von Anfang an galt der AHS-Lehrer Daniel Landau, der für die Grünen kandidiert, den Einzug in den Gemeinderat allerdings verpasst hatte, als aussichtsreichster Kandidat.

Seit den Koalitionsverhandlungen wurde es aber ruhig um das Vorhaben. Über das Bestellungsprozedere wurde ebenso wenig bekanntgegeben wie über den angedachten Zeitplan bis zur Etablierung der Stelle.

Machtkampf bei den Grünen

Nun berichtete die "Presse", Landau komme als Bildungsanwalt nicht mehr infrage. Grund dafür sei ein Machtkampf zwischen der grünen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und ihrem Stellvertreter David Ellensohn. Letzterer erdulde keinen Bildungsexperten neben sich, zumal er schon enttäuscht genug sei, dass er aufgrund des schlechten Abschneidens der Partei bei der Wahl nicht Stadtrat werden konnte, so der Duktus des Artikels.

Der Bericht sorgte am Dienstag Grünen-intern für heftiges Kopfschütteln. Immer wiederkehrende Gerüchte über einen Machtkampf zwischen Vassilakou und Ellensohn wurden bereits des Öfteren dementiert. Auch Landau konnte die Gerüchte so nicht bestätigen, er fühle sich für eine "Nullgeschichte missbraucht", fand er harte Worte.

Vielmehr hielt der derzeit karenzierte AHS-Lehrer im Gespräch mit dem STANDARD fest, dass der Stand der Dinge unverändert sei: Er sei keinesfalls Fixstarter für den Posten und wolle abwarten, wie die Funktion ausgestaltet werde, bevor er sich Gedanken mache, ob er sich bewerben werde oder nicht.

Zu tun gebe es bildungsmäßig jedenfalls viel in Wien, und er brenne nach wie vor für das Thema Bildung. Laut Regierungsprogramm sollte der Bildungsanwalt nicht nur mediatorisch tätig sein, um Konflikte beizulegen. Darüber hinaus sei er für die Vorbereitung der Modellregion Wien für eine Gemeinsame Schule zuständig.

Warten auf den Bund

Aus dem Büro von Bildungsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) hieß es am Dienstag nur, dass die gesetzlichen Vorgaben des Bundes hinsichtlich der Bildungsdirektionen abgewartet würden. Erst danach werde man sich Gedanken über die Ausschreibung des Postens machen. (Rosa Winkler-Hermaden, 8.3.2016)

  • Kolportiert wurde, dass Daniel Landau Bildungsanwalt wird.
    foto: grüne wien

    Kolportiert wurde, dass Daniel Landau Bildungsanwalt wird.

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