Verbund gibt Murkraftwerk Graz-Puntigam auf

8. März 2016, 16:39
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Investitionsklima angesichts der niedrigen Strompreise angespannt

Graz/Wien – Der Verbund als 50-Prozent-Partner der Energie Steiermark zieht sich beim Murkraftwerk in Graz-Puntigam zurück. Grund sei das schwierige Marktumfeld, bestätigte der Konzern einen Bericht der "Kleinen Zeitung". Das Investitionsklima sei mit den niedrigen Börse-Strompreisen angespannt. Seitens des steirischen Landesenergieversorgers hieß es am Dienstag, die neue Situation sei erst zu bewerten.

"Mit den jetzigen niedrigen Stromgroßhandelspreisen geht sich eine solche Investition nicht aus. Derzeit ist es definitiv nicht möglich, in ein neues Vorhaben hineinzugehen", so die Sprecherin am Dienstag: "Ja, der Verbund ist ausgestiegen aus dem Grazer Projekt." Der Verbund bestreitet in dem Zeitungsbericht, dass der Ausstieg von der gemeinsam geplanten und in Graz umstrittenen Staustufe etwas mit den Unstimmigkeiten rund um das Gaskraftwerk Mellach zu tun hat.

Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris sagte auf APA-Anfrage: "Für das Projekt Wasserkraftwerk Graz ergibt sich durch den Ausstieg des Verbund für die Energie Steiermark natürlich eine völlig neue Situation, die nun im Detail zu bewerten ist. Dabei werden wir insbesondere auch die mittelfristigen Veränderungen des Marktumfeldes berücksichtigen. In den kommenden Wochen werden alle Fragen der Wirtschaftlichkeit und Risikobeschränkung erneut einer genauen Analyse unterzogen."

Seit 2013 ist das Kraftwerk rechtskräftig bewilligt, einem Bau steht derzeit rechtlich wenig im Wege. Erst am Montag haben Enteignungsverfahren im Zusammenhang mit dem Bau des Kraftwerks begonnen, wobei es aber um vergleichsweise wenige 100 Quadratmeter geht. Offen ist nun aber, ob das Projekt überhaupt realisiert wird. (APA, 8.3.2016)

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