Ladys, Pfefferspray und nackte Männer zum Frauentag

8. März 2016, 16:06
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Am 8. März gab es viele Ideen dazu, was Frauen glücklich macht

Wien – Am Dienstag haben sich Wirtschaft, Medien und Institutionen einiges einfallen lassen, um den Internationalen Frauentag zu begehen – nicht alle Ideen waren gut, einige sogar ziemlich daneben. DER STANDARD hat eine Auswahl zusammengestellt.

Mit "Today coffee is on us, Ladies" bewarb auf Facebook die Restaurantkette Henry den Frauentag. Den kostenlosen Kaffee bekamen Frauen aber nur, wenn sie ein Codewort sagten: "Ladies".

Heute ist Internationaler Frauentag! Wir laden alle Ladies auf 1 gratis Kaffee Eurer Wahl zwischen 09:00 – 10:30 und...

Posted by Henry - the art of living on Montag, 7. März 2016

Aus Anlass des Frauentags verteilte Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar schon einen Tag zu früh Pfeffersprays an Frauen. Die Aktion "Selbstschutz für Frauen" fand vor dem Parlament in Wien statt. Viele Fläschchen hatte er aber nicht dabei, aufgebrachte ältere Frauen waren das Resultat.

foto: apa/herbert neubauer

Die "Kronen Zeitung" meinte es besonders gut mit den Frauen: Diesmal mussten sie sich, anders als an den meisten anderen Tagen im Jahr, nicht für das Boulevardblatt ausziehen. Statt der fast nackten Frau gibt es "nicht nur einen Blick auf sein Sixpack, sondern obendrein noch ein herzliches Lächeln". Im beistehenden Artikel wird übrigens erklärt, "wie viel es kostet, eine Frau zu sein". Ein kleiner Spoiler: Pinke Rasierer sind teurer als blaue.

foto: privat

Auch die deutsche "Bild" wollte den Frauen etwas Gutes tun. "Das ist für euch, Mädels!", titelte sie auf ihrer Website. Zum Weltfrauentag gab es "sexy Typen".

foto: screenshot

Die Landespolizeidirektion Wien zeigte auf Twitter, womit sie Frauen in Zusammenhang bringt: rote Rosen, Herzen und Ballkleider. Die Häme in den sozialen Netzwerken blieb nicht aus.

Eine bessere Idee hatte orf.at. Die Redaktion versuchte es zur Feier des Tages mit einem "sprachlichen Experiment". Wörter in der Mehrzahl, die Männer und Frauen einschließen, wurden in der weiblichen statt wie üblich in der männlichen Form verwendet. Die Schlagzeilen lasen sich etwa so: "Heta: Schelling appelliert an Gläubigerinnen", "Hackerinnenangriffe: Südkorea beschuldigt Nordkorea" oder "Islamexpertinnen helfen bei Kindergartenkontrollen". Das Experiment habe in der Redaktion für heftige Debatten gesorgt, hieß es in einem redaktionellen Hinweis. Der ORF will die internen und externen Reaktionen später dokumentieren.

foto: screenshot

(cmi, ook, 8.3.2016)

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