Goldschmiede feiern 650-jähriges Zunftjubiläum

8. März 2016, 13:29
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Derzeit gibt es in ganz Österreich 590 selbstständige Goldschmiedemeister, die Billigkonkurrenz macht den heimischen Betrieben zu schaffen

Wien – Glanzvolles Jubiläum im wörtlichen Sinn: Österreichs Gold- und Silberschmiede feiern heuer den 650-jährigen Geburtstag ihrer Zunft. 1366 wurde ihnen ihre älteste Handwerksordnung vom herzoglichen Brüderpaar Albrecht III. und Leopold III. gegeben. Trotz Feierlichkeiten geht auch die derzeitige Krisenstimmung nicht an der Schmuckbranche vorbei. Jammern will man aber nicht, wie betont wurde.

Derzeit gibt es in ganz Österreich 590 selbstständige Goldschmiedemeister, meistens Alleinkämpfer oder in Kleinbetrieben tätig. Zählt man die Menschen in Ausbildung dazu, kommt man auf 650 Branchenangehörige, sagte Wolfgang Hufnagl, Leiter der Wiener Innung der Kunsthandwerke und stellvertretender Bundesinnungsmeister, am Dienstag in einer Pressekonferenz. Allein in der Bundeshauptstadt gibt es rund 150 Unternehmen. Das Gewerbe sei also durchaus vital: "Es tut mir leid, wenn ich heute nicht jammere."

Herausforderung

Auskünfte zu Umsatzzahlen bzw. deren Entwicklung in den vergangenen Jahren konnte der Innungschef nicht geben. Die Einzelunternehmer würden diese Daten kaum bekanntgeben. Angesprochen auf die aktuelle Stimmung im Schmuckgewerbe, räumte Hufnagl aber durchaus ein, dass die Herausforderungen durch die jahrelange Finanz- und Konjunkturkrise größer geworden seien. "Die Top-Leute machen das Geschäft, für das Mittelmaß wird es immer schwieriger", so seine Analyse. Neben den handwerklichen Kenntnissen müssten Goldschmiede inzwischen auch in Computerangelegenheiten firm sein und – mit Blick etwa auf Kundschaft aus Russland – bestenfalls mehrere Sprachen beherrschen.

Nicht nur die angespannte Finanzlage, auch die Billigkonkurrenz aus Asien geht nicht spurlos an den heimischen Schmuckfertigern vorbei. Hier komme es immer wieder zu Betrug. Nicht zuletzt deshalb will die Branche das 650-Jahr-Jubiläum nutzen, um für Handwerk aus Österreich zu werben. Zahlreiche Veranstaltungen sind im Laufe des Jahres sowie auch noch in der ersten Hälfte von 2017 geplant. So gibt es im August etwa die "Kunstwerktage" auf der Schallaburg, eigene Präsentationsflächen im Zuge der MAK-Ausstellung "hand.WERK" ab Mitte Dezember oder einen Festakt im Kunsthistorischen Museum am 21. Oktober. Und auch im Pausenfilm des nächsten Neujahrskonzerts werden die Gold- und Silberschmiede präsent sein, kündigte Hufnagl an. (APA, 8.3.3016)

  • Neben den handwerklichen Kenntnissen müssen Goldschmiede inzwischen auch in Computerangelegenheiten firm sein.
    foto: apa/gindl

    Neben den handwerklichen Kenntnissen müssen Goldschmiede inzwischen auch in Computerangelegenheiten firm sein.

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