Drohendes Kupferverbot

Kolumne16. März 2016, 13:57
136 Postings

Was machen Biowinzer, wenn sie ab November kein Kupfer mehr einsetzen dürfen?

Es ist die Achillesferse im Bioweinbau und das Lieblingsargument ihrer Gegner: der Einsatz von Kupfer gegen Peronospora, eine Pilzerkrankung, die zum kompletten Ernteausfall führen kann.

Nach Ende der EU-Zulassung im kommenden November droht ein Verbot. Derzeit gibt es keine wirksame Alternative zu Kupfer – zumindest keine, die von der EU genehmigt ist. Einmal abgesehen von synthetischen Fungiziden, die klarerweise nicht biokonform sind. Das riecht stark nach Lobbying der Agrochemiekonzerne. Kein Wunder, scheint doch der Handel mit synthetischen Mitteln einfach lukrativer zu sein.

Kupfer gilt auch als Heilmittel, das nur in hoher Konzentration toxisch wirkt. Im heimischen Bioweinbau sind lediglich drei Kilo pro Hektar im Jahr erlaubt. Sind Böden und Rebstöcke intakt, braucht man deutlich weniger.

Bis zu zwei Kilo dürfen auch im konventionellen Weinbau verwendet werden. Zusätzlich zu den synthetischen Fungiziden – als krönende Abschlussspritzung gewissermaßen. Das wird von Biokritikern gerne verschwiegen.

Synthetische Fungizide reichern sich im Boden und in den Trauben an – gelangen also in den Wein. Einige gelten laut European Pesticid Action Network als krebserregend und fruchtschädigend. Nachweisen kann man das bislang nur bei Amphibien. Das beruhigt ungemein. (Christina Fieber, RONDO, 11.3.2016)

  • Ab November wird der Einsatz von Kupfer im Bioweinbau verboten.
    foto: ap / eric risberg

    Ab November wird der Einsatz von Kupfer im Bioweinbau verboten.

Share if you care.