Auch "New York Times" sagt Adblockern den Kampf an

8. März 2016, 12:26
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User sollen Werbung sehen oder zahlen – "Die besten Dinge im Leben sind nicht umsonst", begründet das Portal den Schritt

New York – Die "New York Times" nimmt den Kampf gegen User auf, die mit einem Browser-Plugin Werbung auf dem US-Portal blockieren. Im ersten Schritt erhält eine vorerst noch kleine Gruppe von Adblockern die Aufforderung, entweder die Seite nytimes.com in die Whitelist aufzunehmen, um Werbung angezeigt zu bekommen, oder alternativ ein Abo abzuschließen.

Die "New York Times" begründet die Initiative mit den Worten "Die besten Dinge im Leben sind nicht umsonst". Werden Werbeschaltungen eliminiert, geschehe das zum Schaden der User, heißt es. Journalismus müsse schließlich finanziert werden. Laut Angaben des Mediums handle es sich in der ersten Phase um einen Test, um das Bewusstsein der Leser zu schärfen. Wie der nächste Schritt aussehen könnte, lässt das Portal offen.

Weitere Vorstöße

Mit einem ähnlichen Vorstoß ging im Herbst die "Washington Post" in die Offensive. Ist ein Adblocker installiert, wird den Lesern ein Pop-Up serviert, dass sie entweder das Browser-Plugin deaktivieren sollen oder sich mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren müssen. Im Gegenzug erhalten sie einen Newsletter des Mediums.

Während europäische Länder mit Adblocker-Raten von 30 Prozent und mehr konfrontiert sind, liegt der Anteil in den USA laut einer Studie noch unter 20 Prozent. Im Jahr 2015 soll weltweit Werbung im Wert von 22 Milliarden Euro ausgeblendet worden sein.

In Deutschland gehen bereits bild.de und Portale von Gruner+Jahr mit technischen Mitteln gegen Werbeblocker vor, indem sie Inhalte sperren. In Österreich bietet derStandard.at Usern mit Adblocker "Fair Use"-Abos an – etwa eine werbeberuhigte Version der Seite. (red, 8.3.2016)

  • "Die besten Dinge im Leben sind nicht umsonst", schreibt die "New York Times" und fordert User auf, ihren Adblocker für die Seite zu deaktivieren.
    foto: ap / lennihan

    "Die besten Dinge im Leben sind nicht umsonst", schreibt die "New York Times" und fordert User auf, ihren Adblocker für die Seite zu deaktivieren.

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