Flüchtlingszentrum in Gevgelija zum ersten Mal leer

8. März 2016, 10:40
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Die Anzahl der in Serbien gestrandeten Flüchtlinge steigt. Medien berichten von neuen Schlepperrouten über den Kosovo

Belgrad/Skopje/Gevgelija – Das Aufnahmezentrum Vinojug an der mazedonisch-griechischen Grenze Gevgelija/Idomeni ist am Montagabend laut Medien zum ersten Mal seit seiner Errichtung im August 2015 leergestanden. Am Montag waren keine Flüchtlinge nach Mazedonien eingereist, hieß es in Medienberichten. Allerdings stieg laut diesen die Anzahl der Flüchtlinge, die auf griechischer Seite auf ihre Weiterreise warten, bereits auf 16.000 an.

Die Lage in Idomeni bleibt angespannt. Nach starken Regenfällen war das Lager am Dienstagmorgen verschlammt. Das griechische Fernsehen zeigte Menschen, die mit bloßen Händen versuchten, das Wasser aus ihren kleinen Kuppelzelten herauszuleiten. Andere zündeten Feuer an und hielten die durchnässten Kleider ihrer Kinder darüber, um sie zu trocknen.

Anstieg der Zahlen in Serbien

Strengere Kontrollmaßnahmen auf der Balkanroute führten laut der Belgrader Tageszeitung "Danas" bereits in der ersten Märzwoche auch zum Anstieg der in Serbien gestrandeten Flüchtlinge. Ihre Zahl dürfte bis Wochenende auf mindestens 1.000 ansteigen, berichtete das Blatt am Dienstag. Aus Kroatien würden täglich zwischen 100 und 150 Migranten nach Serbien abgeschoben.

Route über Kosovo

Die Belgrader Tageszeitung berichtete zudem über eine neue Schlepperroute in Südserbien. Demnach würde der Weg über das serbische Presovo nun weiter in den Kosovo führen. Von dort soll es Richtung Montenegro und Bosnien-Herzegowina und weiter nach Kroatien gehen. Die serbisch-kosovarische Grenzlinie zwischen Presevo und der 20 Kilometer nördlich liegenden Siedlung Dobrosin sei ideal für illegale Grenzüberschreitungen, berichtete das Blatt.

Weder in Montenegro noch in Bosnien-Herzegowina wurde das Auftauchen von Flüchtlingen bisher bestätigt. (APA; 8.3.2016)

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