Unerbittliche Logik

Einserkastl7. März 2016, 17:46
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Bootsflüchtlinge müssten schon in der Türkei aufgehalten werden

Die Türkei will den Preis für das Zurückhalten und Zurücknehmen von Flüchtlingen in die Höhe treiben. Das ist nicht schön, aber logisch.

Denn die Türkei hat eine Schlüsselstellung in der ganzen Tragödie, die nur von Unkundigen ignoriert werden kann. Die unerbittliche Logik: Die Bootsflüchtlinge müssten schon in der Türkei aufgehalten werden. Wenn nicht, gibt es drei Möglichkeiten, "die EU-Außengrenze zu schützen", wie es unter anderem Werner Faymann und Sebastian Kurz verlangen: die Boote in die Türkei zurückschleppen; die muss sie dann aber auch nehmen. Oder die Nato-Schiffe in der Ägäis orten die Boote und bringen die türkische Küstenwache dazu, sie zurückzunehmen. Oder – die nicht hochseetüchtigen – Boote "abdrängen" und ihre Insassen umkommen lassen. Meint das VP-Chef Reinhold Mitterlehner, wenn er von "Gewalteinsatz" zum Schutz der Grenzen spricht?

Oder die Flüchtlinge werden wie bisher auf die griechischen Inseln und dann aufs griechische Festland gebracht (zum Teil unter elenden Umständen, siehe auch "Kommentar der anderen").

Dort bleiben die meisten jetzt stecken, nachdem Kurz die Mazedonier dazu gebracht hat, die Grenze zu Griechenland zu schließen. Somit ist es wieder nur logisch: "Griechenland soll zum Flüchtlingslager der EU werden" (FAZ). Und das wird es auch – wenn es keine Kooperation mit der Türkei gibt. (Hans Rauscher, 7.3.2016)

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    foto: ap/dapd/vadim ghirda
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