Rostock: Fünf Jahre Haft wegen Brandanschlags auf Asylwerberheim

7. März 2016, 16:45
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Gericht: Angeklagte handelten aus "ideologischer Verblendung"

Rostock – Wegen des Brandanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft hat das Landgericht Rostock zwei Männer im Alter von 25 und 26 Jahren zu je fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach die beiden Angeklagten des versuchten Mordes und der versuchten schweren Brandstiftung schuldig.

Sie hätten wegen ihrer ausländerfeindlichen Gesinnung und aus "ideologischer Verblendung" die Unterkunft in Groß Lüsewitz mit zwei selbstgebauten Molotowcocktails angegriffen.

Das Gericht bescheinigte den beiden Heimtücke, weil sie ihren Angriff nachts gegen schlafende Menschen richteten. Die Angeklagten hatten während des Prozesses umfassende Geständnisse abgelegt. Darin machten sie aus ihrer ausländerfeindlichen Einstellung kein Hehl, entschuldigten sich allerdings auch bei den Opfern.

Angriff auf "Scheinasylanten"

Demnach entschlossen sie sich im Oktober 2014, das Flüchtlingsheim in ihrem Heimatort anzugreifen, weil dort nur "Scheinasylanten" untergebracht seien. Einer der Molotowcocktails brannte auf einem Fenstersims aus. Der andere fiel von einem Baugerüst zurück auf den Rasen vor dem vierstöckigen Gebäude. Die 38 Bewohner des Hauses, die überwiegend im obersten Stockwerk lebten, kamen nicht zu Schaden, Der Sachschaden betrug rund 4.000 Euro.

Die Angeklagten hätten von einem "glücklichen Ausgang" ihres Angriffs nicht ausgehen können, urteilte das Gericht. Ihnen sei das Leben der Bewohner egal gewesen. Noch während die Brandsätze lodertern, flohen sie demnach und verbrachten den Rest der Nacht in einer Diskothek. (APA, 7.3.2016)

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